Unsere Route in Down Under
Wie wir in Australien bald feststellten, hatten wir die Reiseplanung
eher fluechtig betrieben, als wir die Destinationen fuer unser Around-the-World-Ticket
buchten. Wir wollten/mussten a) in Brisbane einreisen, b) im Great
Barrier Reef tauchen, c) Tasmanien sehen und so von Melbourne wieder
ausreisen, und es waren uns d) die guenstigen Inlandflugpreise nicht
bewusst. So fuhren wir von Brisbane aus ueber die Feiertage nach
Norden bis Townsville (etwas suedlich von Cairns) und dann wieder
nach Sueden bis Sydney. Von dort flogen wir nach Hobart in Tasmanien
und schliesslich nach Melbourne, unsere letzte Destination in Australien.
Brisbane: Aboriginal Music
Kurz vor Weihnachten galt es, sich erst an die hiesigen
Verhaeltnisse zu gewoehnen: 35 Grad oder mehr im Schatten, Weihnachtsbaeume
und schwitzende Santa Clauslis allueberall. Und wie in jedem
neuen Land galt es erst mal, ein Gefaehrt zu organisieren. Da
ueber die Christmas Holidays ganz Australien fuer Verwandtenbesuche
und Surfen unterwegs ist, konnten wir schliesslich nur noch eine
teure Hertz-Kutsche mieten, dafuer mit Rundumversicherungs-Wohlfuehlpacket.
City Hall mit Weihnachtsbaum; Besuch beim Santa Claus
Kenny; Tanja beim Digeridoo-Malen
Mit Marc im Atelier; Uebung macht den Meister...
Weihnachten auf Bribie Island
Ein etwas spezieller Adventskranz; Bescherung im Zelt
"Weihnachtsverkleidung"
Fraser Island - groesste Sandinsel der Welt
Maheno-Schiffswrack; am Indienhead
Duene am Lake Wabby (rechts); Wanggoolba Creek
Eungella N.P. - Schnabeltiere und Regenwald
Waran; Lachender Hans (der Kerl hier klaute Kaese aus Markus' Sandwich)
Schnabeltier; Kakadu in der Abendsonne
Schmetterling (welche Art?); Hischgeweihfarn
Ein Skink
Airlie Beach und Whitsundays
Beim Mangoessen; Palmenstrand in Airlie Beach
Evakuation von der havarierten Spank Me auf die Kiana
Volle Kraft voraus!; Das abgebrochene Stueck Ruder
Whiteheaven Beach; The Spank Me Survivors
Von Townsville zum Great Barrier Reef
Die Spoil Sport; "Damselfish" von Matt Coulter
Manta von Nisha Jinadasa; Green Turtle von Richard Brown
Schildkroeten in Bargara
Falsche Karettschildkroete (Caretta caretta); Nach dem Eier legen deckt sie das Loch wieder zu
Zurueck ins Meer; Die ausgegrabenen Eier beim Verlegen des Nestes.
Tanja hilft beim Verlegen des Nestes; Frisch geschluepftes Jungtier
Vom Zuckerfeld zum Rum
Rohrzuckerfeld; Zuckerbaehnli
Markus' Gewinn von der Fuehrung, er konnte sich an den lateinischen Namen der Bierhefe erinnern
Zu Besuch beim Crocodile Hunter
Die Kaenguruhs sind neugierig!; Wombat
Koala
Graue Kaenguruhs in den Glasshouse Mountains kurz vor der Paarung
Zurueck in Brisbane
Brisbane vom Botanischen Garten aus
Tropenhaus; in Australien beliebte Frangipani (heimisch in Suedamerika)
Buniazapfen
Von Sydney in die Blue Mountains
Oper und Harbour Bridge
Flughunde im Botanischen Garten; mit Tanjas Coucousine Nicole im Italienischen Viertel
Im Blue Mountain National Park
Die drei Schwestern; Ausschnitt der Katoomba Falls
Von Melbourne nach Singapur
Victoria Station; Circle Tram zum gratis Stadtrunden drehen...
Federation Square mit dem Australian Centre for the Moving Image; Shot Tower, heute ueberdacht (hier wurde fluessiges Blei im freien Fall zu runden Geschossen geformt)
"Net Bridge"; Skyline vom Suedufer aus
Zeitlich sah unsere Reise folgendermassen aus:
Queensland:
18.12.05 Ankunft in Brisbane
23.12.05 Bribie Island Zwecks Weihnachten
26.12.05 Rainbow Beach (1+1 Nacht) und Fraser Island (3 Naechte)
31.12.05 Bargara bei Bundaberg (Silvester verschlafen)
02.01.06 Mackay und Eungella National Park
05.01.06 Airlie Beach und Segeltoern
11.01.06 Tauchtoern ab Townsville, dann wieder nach Sueden
17.01.06 Wieder in Bundaberg und Bargara fuer Schildkroeten und Rum
22.01.06 Wieder in Brisbane
New South Wales:
28.01.06 Fahrt Richtung Sydney
30.01.05 Sydney
06.02.06 Blue Mountains
09.02.06 Flug Sydney - Hobart (Tasmanien)
Victoria:
22.02.06 Flug Hobart - Melbourne
25.02.06 Flug Melbourne - Singapur
Also...:
Trotz dem Weihnachtsrummel empfanden wir die Stadt mit der grossen
Fussgaengerzone im Herzen als sehr gemuetlich, wohl weil wir nur
je ein Geschenk fuer uns besorgen wollten. Gar nicht so einfach,
ist man doch zu zweit in einem fremden Land sehr anhaenglich und
folgt einander Schritt auf Tritt...
Beim Stadtbummeln stolperten wir zufaellig in ein Aborigines-
Kunstgeschaeft (Tribal Galleries).
Wir wollten uns sowieso mal ein Digeridoo besorgen, so liessen wir uns vom
europaeisch aussehenden Verkaeufer einige "Ditschs" und andere
Kunstgegenstaende erklaeren. Nach wenigen Saetzen wechselten wir
von Englisch auf breites Berndeutsch! Marc Luethy ist vor ueber
fuenf Jahren nach Australien ausgewandert und leitet mit seiner
australischen Freundin Sarah die Kunstgallerie (siehe auch Menschen von unterwegs). Im dazu gehoerenden
Atelier arbeiten mehrere Aborigines-Kuenstler an den Kunstwerken.
Die herzliche Atmosphaere der ganzen Belegschaft liess uns einen
Digeridoo-Workshop buchen, so bemalten und spielten wir das
urtuemliche Instrument waehrend zwei Tagen, bevor wir nach Norden
los fuhren.






Auf der sehr ruhigen, groesstenteils bewaldeten Bribie Island verbrachten
wir leicht an Heimweh erkrankt die Weihnachtstage. Ein kleiner Trost war das Planschen
in den Pazifikwellen am 24. Dezember. Zusammen mit den Campinggaesten und dem
lokalen Kirchenchor sangen wir am Abend, unter Palmen am Pool sitzend, "I'm dreaming
of a white Christmas" und andere Weihnachtslieder, bevor wir uns in trauter
Zweisamkeit im Zelt beschenkten (also Paeckli und so, siehe unten...). Am
Weihnachtstag wurden wir von den Aussie-Nachbarn in hiesige Weihnachtsbraeuche
eingefuehrt: Beim Essen zerreisst man zu zweit knallende Weihnachts-cracker,
die wie grosse Bonbons aussehen und Weihnachtssprueche, Weihnachtswitze (!),
eine "Weihnachtselfe" aus Plastik und Papierhuete freisetzen. Uns erinnerte
das Ganze eher an Silvester als an Weihnachten... bis zur naechsten Weihnacht
wollen wir nun definitiv wieder zu Hause sein!




NACHTRAG MAERZ 2009: Alex Adamy hat uns im Maerz 2009 in der Schweiz besucht. Hier findet man alle Bilder von Fraser Island in Originalgroesse.
Den anschliessenden Silvester liessen wir in Bargara bei Bundaberg ueber uns ergehen. Da hier nichts los oder alles ausgebucht oder geschlossen war, schliefen wir von 21:00 bis ins neue Jahr durch...











Am Freitag den 6. Januar kletterten wir mit 22 weiteren Passagieren (siehe auch Menschen von unterwegs) an Bord der
"Spank Me"
(engl. i.e. "gib mir einen Klaps auf den Hintern"), eine etwa 27 Meter lange Renn-Segeljacht von 1989, mit der 1990 die Hobart-Melbourne-Regatta gewonnen wurde. Der Erbauer und Multimillionaer Alan Bond wurde nach einem Rennen wegen (fuer ihn) interessanten Finanzspielereien verhaftet, und das Boot fand neue Besitzer. Fuer drei Tage segelten wir auf der Spank Me zu den Schoenheiten der Whitsunday Islands und des Great Barrier Reefs, wo wir auch noch Tauchen konnten. Toent entspannend, war es aber nicht immer: Das Ganze begann damit, dass eine Passagierin zwei Bananen an Bord brachte. Kaum an Bord erklaerte ihr die Crew, dass Bananen an Bord Unglueck bringen wuerden (frueher waren es Frauen :-)). Und schon konnten wir den Hafen eine Stunde lang nicht verlassen, weil irgendwie Wasser ins Dieseloel geraten war. Danach verlief die Reise wie geplant mit Tauchen, viel Gemuetlichkeit und feinem Essen. Aber dann: Am zweiten Morgen um 04:40, als wir 60km vor der Kueste am Bait Reef uebernachteten, wurden wir sehr unsanft aus den Kojen geruettelt. Die Zweimeterwellen eines fernen Sturmes, die uns seit Stunden kaum schlafen liessen, warfen das 50-Tonnen-Schiff so heftig auf und nieder, dass das Tau riss und der Wind uns auf das Riff trieb. Waehrend zwei Stunden krachten wir mit jeder Welle und der steigenden Flut hoeher auf das Riff, bis wir fest sassen. Mit kleinen Beibooten wurden wir schliesslich auf zwei andere Schiffe, die am Riff vertaut waren, evakuiert. Als wir ueber das aufgewuehlte Riffwasser tuckerten, trieb ein gruenes Brett an uns vorbei: Ein Stueck unseres Ruders... Typisch australisch hilfsbereit wurde uns auf der "Kiana", unserem Zufluchtsboot, ein gutes Fruehstueck serviert. Die Spank-Me-Crew konnte schliesslich um 9:00 das Boot befreien, um 11:00 durften wir wieder auf die nur leicht beschaedigte Jacht. Wir waren alle gluecklich, dass nur der Morgentauchgang ins Wasser gefallen war. Wir erholten uns am Nachmittag schnell und gut an der himmlischen White Haven Beach.
Am letzten Abend gegen elf, als eine unheimliche Gewitterfront auf uns zu steuerte, ueberpruefte der Hilfsskipper wegen den Sturmboen das Tauwerk an Deck. Da hob er ploetzlich etwas auf und schmiss es laut fluchend ueber Bord in die Nacht hinaus. So wurden wir alle die letzte Banane los, und die Gewitterfront loeste sich in ein laues Lueftchen auf. Wir glauben nun ebenfalls, dass Bananen an Bord Unglueck bringen! Nach einer weiteren Nacht in Airlie Beach brachen wir kaum erholt zu neuen Abenteuern auf einem anderen Boot auf...





















Langsam naeherten wir uns wieder Brisbane. In den Glasshouse Mountains etwas noerdlich der Stadt beobachten wir waehrend drei Stunden und doppelt so vielen Regenguessen, wie sich einige Junggesellen der Art "Graues Kaenguruh" um ein Weibchen bemuehten. O.K., wir sassen dabei auf der gedeckten Terrasse bei Kaffee und Muffins, das Stativ neben dem Tisch...




Bevor wir weiter gegen Sueden zogen, wandelten wir noch einen Tag durch den botanischen Garten von Brisbane. Hier erfuhren wir unter anderem von der Existenz eines Nadelbaumes (Bunia), deren kopfgrosse "Tannzapfen" locker 10kg schwer werden! Da fuer die Zapfen gerade Zeit war, von den stattlichen Baeumen zu fallen, war ein Teil des Wegnetzes gesperrt. Wir schauten uns die Baeume trotzdem an und promt rollte uns ein Monsterzapfen vor die Fuesse. Die baumnussgrossen Samen in den Zapfen waren bei den Aborigines sehr begehrt, auch wir nutzten die Gelegenheit, die schmackhaften "Riesenpistazien" zu geniessen.







Zurueck in Sydney goennten wir uns noch ein Bad am Bondi Beach, bevor wir fruehmorgens am 9. Februar das Australische Festland Richtung Tasmanien verliessen.


Architektonisch ist die Stadt sehr vielfaeltig und beeindruckend: Von neugothischen Kathedralen, dem alten Bad oder der Victoria Station ueber spektakulaere Stadien (Telstra Dome) oder Bahnhoefe (Southern Cross Railway Station) bis zum postmodernen Federation Square und der Net Bridge staunten wir ueber viele Bauten.
Schliesslich sahen wir vom Flugzeug aus etwas wehmuetig die Olgas, den Uluru, farbige Salzseen und dann die Nordwestkueste Australiens 11'000 Meter unter uns durchziehen. Bald landen wir fuer drei Tage in Singapur
. Wir werden wohl in Melbourne in ferner Zukunft unsere naechste Australienreise Richtung Westen beginnen. Nun wollen wir uns aber erst mal eingehend um Afrika kuemmern... See ya, mates!!!
P.S. Unsere Australienreise waere nicht halb so schoen gewesen ohne all die Menschen, die wir unterwegs getroffen und kennen gelernt haben. Merci fuer die schoenen Begegnungen!




