Ausritt in Semonkong

Kaum hatten wir bei Ficksburg (SA) die Grenze ueberquert, begann es zu regnen. Na das wird ja toll, motivierten wir uns. Von Westen her kommend wird feuchte Luft ueber das nach Osten ansteigende Land nach oben gedrueckt, was oft ergiebige Niederschlaege mit sich bringt. Im Sueden, so sagte man uns, sei es im Moment besser, worauf wir in die Hauptstadt Maseru fuhren. Die kompetente Angestellte im Tourismusbuero versprach uns besseres Wetter fuer den folgenden Tag, besonders noch weiter suedlich. Sie schickte uns ueber eine serpentinenreiche enge Teer- und Schotterstrasse, wo wir nach drei Stunden im Bergdorf Semonkong ankamen. In einem gediegenen Raum der sehr huebschen, ruhigen Semonkong Lodge verbrachten wir zwei Naechte. Sowohl vom Wetter wie auch von den Leuten und der Landschaft wurden wir nicht enttaeuscht: Auf Pferderuecken brachte uns Fuehrer David erst in die friedliche Bergwelt des Landes, wo die Menschen in Rundhaeusern wohnen und fast nur zu Fuss, per Esel oder Pferd unterwegs sind. Waehrend in anderen afrikanischen Laendern traditionelle Kleidung fast vollstaendig durch moderne ersetzt worden ist, pflegen besonders die Bergbewohner hier noch einen traditionellen Stil: Die bunten Wolldecken sind allgegenwaertig, die meisten Hirten tragen dazu bei jedem Wetter Gummistiefel, und noch ab und zu sieht man Menschen mit dem traditionellen Basotho-Hut. Nach zwei Stunden ritten wir an eine tiefe Schlucht, vis-a-vis stuerzte der Maletsunyane River 196 Meter ohne Zwischenstufen in die Tiefe - der hoechste Wasserfall im suedlichen Afrika! Gleich neben dem abstuerzenden Wasser koennen sich Schwindelfreie ueber 200 Meter tief abseilen. Diese weltweit hoechste kommerzielle Abseilstelle hat dem verschlafenen Bergdorf Semonkong einen Eintrag ins Guiness Buch der Rekorde gebracht, gluecklicherweise aber keinen Touristenrummel.

Der Basotho-Hut und einer ihm nachempfundenes Gebaeude in der Hauptstadt Maseru


Ein Gewitter auf unserem Weg nach Semonkong


Ausritt zum Maletsunyane-Wasserfall


Traditionell gekleidete Hirten


Pfluegen im Hochland Lesothos


Wolle von Schafen und Ziegen ist ein bedeutendes Produkt der Landwirtschaft Lesothos; Landschaft zwischen Maseru und Semonkong




Berge und gefuellte Taeler

In Roma in der Naehe von Maseru bogen wir nach Osten ab und machten uns auf eher schlechte Strassenbedingungen gefasst. Wie so oft in Afrika wurden wir auch hier positiv ueberrascht, die Schotterpisten befanden sich in einem recht guten Zustand, vielerorts trafen wir auch auf Baustellen. Auf der A3 (Teer- und Schotterstrasse) von Roma nach Thaba-Tseka, wo man oft auf Bergkaemmen entlang faehrt, praesentierte sich die Landschaft monoton schoen: Einfarbig gruengrau bewachsene, mehrere Hundert Meter Hohe Berge, so weit das Auge reicht. Die von vielen Suedafrikanern beschriebene Schoenheit des Mohale Dam Stausees vermochte uns aber nicht so zu begeistern. Er ist Teil des "Lesotho Highland Water Projects", einem Projekt fuer mehrere grosse Stauseen im Hochland Lesothos. Es soll zur zukuenftigen Energie- und Wasserversorgung Lesothos und vor allem Suedafrikas beitragen. Nach einer Nacht in Marakabei fuhren wir via Thaba-Tseka zu einem weiteren Stausee des Projekts. Im Doerfchen Katse am gleichnamigen "Katse Dam" betrachteten wir im botanischen Garten viele Aloe polyphylla. Die Spiralaloe ist die geschuetzte Nationalpflanze Lesothos. Tausende vom Stausee bedrohte Exemplare wurden im botanischen Garten in "Sicherheit" gebracht. Die Pflanze wird illegal gesammelt und als Gartenraritaet ausser Landes geschmuggelt. Botaniker befuerchten, dass sie eher als Zierpflanze als in der Wildnis ueberleben wird. Ueber die Dank dem Stauseebau bestens ausgebaute Strasse ueber den spektakulaeren Matika Lisiu Pass tauchten wir Richtung Pitseng wieder in den flacheren Nordwesten des Landes ab. Unser Kreis in Lesotho schloss sich in Maputsoe wieder. Wir verliessen dort das Land und naechtigten in Ficksburg .

Typische Rundhaeuser in Lesotho


Die Spiralaloe Aloe polyphylla


Ein Seitenarm des Katse-Stausees; Ausblick Richtung Westen (Pitseng) vom Matika Lisiu Pass