Von Malawi zum Indischen Ozean

Da wir in Mulanje (Malawi) mit Thomas noch lange Kaffee tranken, schafften wir unser Tagesziel "Indischer Ozean" via Staubholperpiste vom Grenzposten Milange nach Praia de Zalala nicht. Stattdessen fuhren wir im Dunkeln in Quelimane ein, eine vom Zerfall gepraegte Hafenstadt am Ozean. Wir hatten Afrika durchquert!!! (OK, "nur" von West (Namibia) nach Ost und an einer schmalen Stelle, aber immerhin...). Wir hatten unseren Reiseplan fuer Mocambique auf Qualitaet statt Quantitaet getrimmt. So waehlten wir, statt alle zwei Tage den Ort zu wechseln, nur zwei Regionen an der Kueste von Mocambique aus, um den Ozean zu geniessen: Vilanculos und Inhambane, weit im Sueden. Frueh am naechsten Morgen reisten wir die kurze Strecke zurueck nach Nicuadala und dann weiter suedwaerts. Auf der zweiten langen Tagesfahrt ueberquerten wir bei Caia wieder den Zambesi River (letztes Mal: Kazungula-Faehre von Botswana nach Sambia) und campierten suedlich von Inchope etwas abseits der Strasse. Am dritten "Fahritag" kamen wir endlich in Vilanculos an. Entgegen all den Geruechten ueber schreckliche Strassenzustaende hat uns die EN1-Strecke positiv ueberrascht. Ja, es gibt Dutzende von Kilometer Strasse mit einer ansehlichen Sammlung von Schlagloechern, dann aber auch Hunderte Kilometer neu geteerte Autostrassen, auf denen man angenehm vorwaerts kommt. Die Route ist mal eintoenig, mal noch eintoeniger und ab und zu huebsch. Fast ueberall (alle 200 Meter) leben Menschen, es sind meist Leute am Stassenrand zu Fuss unterwegs. In vielen Ortschaften, sind die Spuren des Buergerkrieges (1975 bis 2002) noch sichtbar. Immer wieder sahen wir zerschossene Gebaeude und gesprengte Bruecken neben Neubauten. Wenigstens in den Touristenkorridoren sind die Landminen heute geraeumt. Verkrueppelte Landminenopfer erinnern einen aber taeglich an die grausame Waffe, die noch viele Menschen verstuemmeln wird.

Warten auf die Faehre ueber den Zambezi River bei Caia


In der Kolonialzeit des Landes wurden die Menschen zum Baumwollanbau gewzungen, auch heute ist sie wichtiges Standbein fuer viele Bauern: Baumwollbluete und aufgeplatzte Baumwoll-Kapsel


Nach einer Nacht in Vilanculos im huebschen Garten des ungepflegten "Joseph & Tinas BP" wechselten wir in die malerische Anlage des Blue Waters Beach Resort, wo wir drei Naechte campierten und den Strand genossen. Dieses Camp liegt etwa 7 Kilometer suedlich des lebendigen Staedchens. Zwei Mal fuhren wir zum Tauchen zum tropischen Two Mile Reef vor der Bazaruto Island hinaus. Mit von der Partie waren Yvonne und Olaf, die an huebscher Lage in Vilanculos ihre Ferien genossen. Das Korallenriff ist zum Teil komplett mit lebenden Korallen bedeckt, an die vor Leben ueberquellenden Unterwassergaerten des Roten Meeres oder des Great Barrier Reefs kommt es aber nicht heran. Wir genossen auf jeden Fall die bunte Schar an Fischen und anderem Getier. Da die Bedingungen auf dem Meer eher rau waren, reisten wir weiter nach Sueden auf die Halbinsel von Inhambane.

Endlich Meer! Strand in Vilanculos und auf Bazaruto Island


Strand in Vilanculos; typische Wohnhaeuser im "Palmenguertel" des Landes


Blue Waters Inn, Vilanculos




Was will man Meer: Inhambane

In Inhambane verbrachten wir fuenf Tage mit Strandferien und Tauchen (siehe weiter unten) und fuhren dann nach Maputo, um Tanjas Bruder Matthias abzuholen - er besuchte uns auf der Reise zum zweiten Mal. Auf der Hinfahrt hatten wir wie fast alle Individualreisende im Land eine unangenehme Begegnung mit der Polizei. Tanja ueberholte in einer uebersichtlichen Kurve einen fast stehenden, kleinen Traktor. Vor dreissig Jahren war dort wohl mal eine Sicherheitslinie gezogen, heute sieht man nur noch loechrigen Teer. Gleich nach der Kurve wurden wir angehalten. Hier duerfe man nicht ueberholen, sagte der Polizist und schnappte sich gleich mal Tanjas Fahrausweis als Pfand, einzuloesen gegen Busse. Sein Vorwurf war nach europaeischer Norm natuerlich haltlos. Gluecklicherweise hatten wir noch drei Gaeste an Bord, die wir nach Maputo brachten: Entwicklungshelfer Benjamin aus Deutschland, die Aerztin Els aus Belgien und der Psychologe Pascal aus Holland. Pascal schilderte dem Polizisten so lange all die guten Taten, die wir fuenf fuer Mocambique geleistet hatten, bis dieser tief beruehrt seine Schmiergeldforderung von 5'000 Mt (ca. Fr. 250.-) auf Null reduzierte und uns schnell loswerden wollte. Gluecklicherweise war dies das einzige Mal, dass wir in Mocambique angehalten wurden. Wir hoerten viele Schreckensgeschichten ueber Beamtenwillkuer gegenueber Reisenden, bis hin zur Geldeintreibung mit vorgehaltener Waffe. Viele Tourismusunternehmer, mit denen wir sprachen, bezeichneten denn auch die Polizei als groesstes Problem fuer den Tourismus des Landes. Kein Wunder...

Nach vier Tagen in und bei der Hauptstadt zog es uns mit Matthias schnell wieder zurueck ins Paradies von Tofo (Bamboozi Lodge) und spaeter Barra (Barra Reef Divers) bei Inhambane. Noch mehr Tauchen stand auf dem Programm, schliesslich sahen wir hier auf jedem Tauchgang Mantarochen! Das serioese Tauchunternehmen Liquid Adventures in der Bamboozi Lodge bietet noch weitere Wassersportmoeglichkeiten an. Auf einer Ocean Safari konnten wir mehrmals mit Walhaien (groesste Haiart, Planktonfresser) schnorcheln, ein schlicht ueberwaeltigendes Erlebnis!

Bahnhof und Markt in Maputo


Charme des Zerfalls: Alte Moschee in Inhambane; Landschaft in Tofo


Das Hauptverkehrsmittel zu Wasser: Die Dhows


Markus versucht sich als Surfer (4 Stunden bisher...); "Arbeit" an der Homepage in Barra: Matthias hat Tanjas Mac mitgebracht


Tanja und Matthias im Paradies (Bamboozi Lodge / Camping)


Mantarochen (Bilder zur Verfuegung gestellt von Liquid Adventures)


Walhai, Potato Grouper (Bilder zur Verfuegung gestellt von Liquid Adventures)


Der Vollmond und seine Folgen: Springflut (Strand und Mangrovenwald bei den Barra Reef Divers)


Die Haelfte von Matthias' drei Wochen Ferien waren schon um, als wir wieder Richtung Maputo fuhren. Ein drittes Mal kehrten wir dabei 50 km vor Maputo zum Campieren bei der Casa Lisa (Bruce und Michelle Buckland, buckland@teledata.mz) und zum feinen Nachtessen beim Nachbarn Blue Anchor Inn ein. Anderntags ueberquerten wir in Namaacha die Grenze nach Swaziland.

Zurueck nach Maputo: Patchwork aus Teer; Kunsthandwerk am Strassenrand, leider zu schwer fuer's Handgepaeck