Teil 2 ab Windhoek

Namibias grosser Canyon

Von Springbok her kommend trafen wir ueber Vioolsdrift in Namibia ein. Auf den ersten 150 Kilometer nach der Grenze bis nach Gruenau fanden wir Geruechte bestaetigt, dass es hierzulande nur wenig Leute habe. Uns begegneten auf dieser Hauptverkehrsachse gerade mal fuenf Fahrzeuge. Auf die 824'268 Quadratkilometer Namibias (Schweiz: ~41'000 Km2, hat 20 mal Platz in Namibia) verteilen sich gerade mal 1,8 Millionen Menschen (Schweiz ~7.5 Millionen, oder?). Einsam also schlitterten wir im Schlamm des seltenen Wuestenregens am zweiten Tag Richtung Ai/Ais. Der Platz liegt im Richtersveld-Ai/Ais Transfrontier Park an einem Seitenfluss des Fish Rivers, der Nama-Name bedeutet "gluehendheiss". Das 60°C heisse Quellwasser speist ein Thermalbad, genau das Richtige bei diesem Wetter... Gluecklicherweise bemerkten die Regenwolken bald, dass sie sich in der Wueste befinden, und sie verzogen sich endlich. So genossen wir eine ueberwaeltigende Sicht auf den Fish River Canyon, den bis 550m tiefen, 161km langen, zweitgroessten Canyon der Welt. Er war nach dem nassen Herbst mit goldgelbem Gras und Blumen verziert.

Die Wueste bei Regen


Unsere Kiste nach dem Regen; der Fish River Canyon




Keetmanshoop: Krater und Koecherbaeume

Die San oder Bushmen, Namibias urspruenglichste Volksgruppe, stellten aus ausgehoehlten Aesten des Koecherbaumes (Aloe dichotoma) Koecher fuer ihre Pfeile her. Die Pflanze ist in der suewestlichen Kalahari zerstreut anzutreffen. Sie blueht von Mai bis Juni, so hatten wir im "Koecherbaumwald" bei Keetmanshoop Glueck, dies zu sehen. Zu der Gaestefarm, wo der Wald (ein "National Monument") steht, gehoert auch ein Gebiet mit durch Verwitterung akrobatisch gestapelten Granitbloecken, "Giant's Playground" genannt.

Angeblich vor 90 Millionen Jahren (wir glauben weniger) muss es in der Ebene etwa 80km noerdlich von Keetmanshoop eine gewaltige Gasexplosion gegeben haben, als Grundwasser auf Magma stiess. Noch heute ragt der Rand des Kraters Brukkaros 600m hoch über die fast endlose Ebene. Man sieht vom Kraterrand bis zum Fish River Canyon im Sueden. An dieser exponierten Lage errichteten die deutschen "Schutztruppen" anfangs des 20. Jahrhunderts eine Heliographenstation. Mit Hilfe von Spiegelgeraeten, die Sonnenlicht zielgerichtet reflektieren, konnten Morsezeichen ueber wenige solcher Heliographenstationen schnell ueber Hunderte von Kilometern uebermittelt werden. Die Wohn- und Arbeitsgebaeude der Soldaten stehen noch als Ruinen auf dem Kraterrand.

Koecherbaeume wachsen in 200 Jahren immerhin 5m hoch; Wald by night


Bluete des Koecherbaums; Tanja auf dem Spielplatz der Riesen


Der Explosionskrater Brukkaros; campieren am Krater




Diamantenfieber in der Namib

Der Weg nach Luederitz fuehrte uns von der Savanne der Westkalahari in die Wueste Namib, die Dank dem Jahrhundertregen im Maerz oft mit Blumen und einem feinen gruenen Flaum geschmueckt war. Das deutsch gepraegte Staedchen gefiel uns vor allem wegen der farbenfroh bemalten Gebaeude und der einmaligen Lage zwischen Weltmeer auf der einen und Duenenmeer auf der anderen Seite. Wir goennten uns im originell dekorierten, weinroten Hotel Kratzplatz wieder mal ein richtiges Bett, danach campierten wir vor dem Backpackers. Informationen ueber die Gegend erhielten wir vom Tourismusbuero und vom Fotogeschaeft Nampho.

Luederitz liegt im 100km breiten und 300km langen "Sperrgebiet" der NAMDEB, jener Firma, die den Diamantenabbau in Namibia kontrolliert. Bloss wenige Kilometer um Luederitz herum darf man sich frei bewegen, wird man im Sperrgebiet ohne Bewllligung erwischt, gibt's Geld- oder Gefaengnisstrafe. Im Norden von Luederitz, auf der Grenze des Sperrgebietes, liegt der Achatstrand, wo wir tatsaechlich kleine Achate fanden. Der Abschnitt mit den grossen Achaten gehoert natuerlich zu NAMDEB... Mit einem Fuehrer durften wir hinter dem Strand nach Sandrosen graben. Die fragilen Gipsgebilde kristallisieren ueber Jahrhunderte bei richtiger Feuchtigkeit im Sand, andernorts in weichem Sandstein oder Lehm. Im Sueden reicht die Freiheit immerhin 15km weit bis zur "Grossen Bucht", wo wir auf unser erstes Wrack der namibischen Kueste stiessen. Vom Diaz Point aus sahen wir die "Diamantenboote", von denen aus diamanthaltiger Meeresgrund hochgesaugt oder von Tauchern abgesucht wird.

Die Entdeckung der Diamanten um Luederitz geschah etwas ausserhalb des Staedchens. Bahnhofsvorstand und Naturliebhaber August Stauch zog oft durch die Gegend, um nach interessanten und kuriosen Lebewesen oder Mineralien zu suchen. Er hielt auch seine Arbeiter dazu an, ihm nicht alltaegliche Dinge zu bringen. 1908 kam der Angestellte Zacharias Lewala mit einem Diamanten daher, wusste aber nicht, was es war. Stauch suchte weiter die Gegend ab, jetzt natuerlich nach Diamanten... Dies fiel niemandem auf, da der komische Kautz sowieso immer fuer sein Hobby unterwegs war. So brachte er schliesslich ein Saeckchen Diamanten nach Deutschland und besorgte sich Schuerfrechte fuer die Gegend. Der Abbau konnte offiziell los gehen! Bald entstand das Minenstaedchen Kolmannskuppe, das 1956 wieder aufgegeben wurde. In der heutigen Geisterstadt lernten wir auf einer Fuehrung viel ueber das damalige Leben in der Wueste, das alles andere als karg war: Man lebte in stattlichen Haeusern. Es gab einen taeglichen Hauslieferdienst zu jedem Haushalt, gesponsert von der Firma: 2 Broetchen und 20L Wasser pro Person sowie Limonade, Soda und Eisbloecke aus der eigenen Eisfabrik (die auch gleich die Metzgerei nebenan kuehlte). Von der Baeckerei ueber die Schule, dem Unterhaltungskomplex mit Mehrzweckhalle und Kegelbahn bis zum grossen Spital mit dem ersten Roentgenapparat Afrikas war alles da. Kolmannskuppe war der modernste Ort des suedlichen Afrikas! Der Roentgenapparat diente zwar vor allem der Diamantensuche - in den Maegen der Angestellten! Ertappte Schmuggler wurden der "Diamanten-Rueckgewinnung" (per Rhizinusoel) mit anschliessender Haft oder Strafarbeit zugefuehrt...

Wuestenblumen in der Namib


Luederitz am Abend; die Bergstrasse


Das Goerkehaus; die Felsenkirche


Die Suche nach Sandrosen


Das Diamantenstaedchen Kolmannskuppe: Lehrerhaus und Mehrzweckhalle




Entlang der roten Duenen

Noerdlich von Luederitz erstreckt sich bis Walvis Bay ein 500km langes Duenenmeer. Es ist Teil des Namib-Naukluft National Parks, dem entlang wir im Landesinnern nach Norden reisten. Die gut ausgebaute Nebenstrasse D707 fuehrte uns entlang roter Duenen durch ein Meer aus goldgelbem Gras, aus dem im Osten die roetlichen Tirasberge wie Inseln empor ragten. Verschiedene Gastfarmen laden hier zum Verweilen ein. Auf der Farm Gunsbewys stapften wir ueber bewachsene rote Duenen und besichtigten 2000 Jahre alte Felsmalereien, Jahrzehnte alte Werkzeuge und andere Spuren der San. Die Farm Koiimasis bietet exklusive, von roten Felsen umschlossene Zeltplaetze, und die Farmer fanden fuer Markus frische Oryx-Steaks im Kuehlschrank. Zutaten fuer einen perfekten Campingabend...

Man glaubt, sich im Kontinent geirrt zu haben, wenn man in der kaum bewohnten Landschaft ploetzlich das Schloss Duwisib vor sich sieht. Der mittelalterlich anmutende Bau ist rund Hundert Jahre alt und war der Wohnsitz von Hans-Heinrich von Wolf, Kommandant der deutschen Schutztruppe. Die prunkvolle, europaeische Innenausstattung mutet in der leeren, kargen Gegend grotesk an.

Ein Hoehepunkt wohl jeder Namibiareise ist der Besuch der Duenen von Sossusvlei. Der meist trockene Tsauchab River stroemt hier sporadisch von den Bergen im Osten in das Duenenmeer der Namib. Dort versickert und verdunstet das Wasser. Der Fluss und spezielle Windverhaeltnisse bewirken, dass eine rund 60km lange Schneise zwischen den Duenen frei von Sand bleibt. Beidseits dieser Strecke erheben sich gewaltige, bis 300m hohe rote Duenen! Es lohnte sich, eine Nacht beim Eingang zum Tal in Sesriem zu campieren und fuer den Sonnenaufgang ins Tal zu fahren (man darf als Camper eine Stunde frueher in den Park). Zuhinterst, wo die Duenen Oberhand ueber Wasser und Wind gewinnen, befinden sich Tonpfannen ("Vlei"), die heuer teilweise noch Wasser enthielten. Auch die bekannte Sossusvlei am Fuss einer grossen Duene war noch halb voll. Akazien, Buesche und viele Kraeuter wachsen Dank dem Wasser hier. Die Dead Vlei ("Totenpfanne") hat ihren Namen von den toten Kameldornbaeumen, die fast geisterhaft noch in der grossen weissen Salzpfanne stehen. Vor vielen Dekaden endete deren gute Zeit, als eine Wanderduene die Pfanne vom Flussverlauf abschnitt. Wir kletterten in der Mittagshitze auf die Duene hinter der Dead Vlei und konnten das Leiden der Akazien etwas nachvollziehen. Die Aussicht in die Riesenwellen des Sandmeeres war ueberwaeltigend und beaengstigend zugleich. Wir fuehlten uns sehr klein.

Rote Duenen bei Gunsbewys; Werkstaette der San mit Steinabschlaegen


"Kueche" der San mit Reibsteinen; Schloss Duwisib


Bei Sonnenaufgang im Tsauchab-Tal


Die toten Kameldornbaeume in der Dead Vlei


Das Tsauchab-Tal




Die Skelettkueste

Zuegig durchquerten wir von Sesriem her via Solitaire den Nordteil des Namib-Naukluft National Parks und landeten in Walvis Bay, dem einzigen Tiefseehafen Namibias. Die Stadt lebt vor allem vom Warenumschlag im Hafen, von der Fischerei und von den 3500 Ha grossen Salzwerken suedlich des Ortes. Letztere produzieren pro Jahr 400'000 Tonnen Industriesalz, 95% davon fuer Suedafrika. Um die Salzwerke herum liegt das "Walvis Bay Wetland", fuer Wasservoegel der wichtigste Platz vom suedlichen Afrika und zweitwichtigste vom ganzen Kontinenten.

Walvis Bay liegt an der so genannten "Skeleton Coast" oder "Skelettkueste". Die Atlantikkueste noerdlich von Luederitz bis Angola (so genau ist das nicht definiert) traegt diesen Namen, weil zahlreiche Schiffswracks, viele in der Namib verdurstete Schiffbruechige und noch viel mehr Seehunde und Wale hier zu Skeletten zerfielen. Die ersten Skelette, die wir antrafen, waren solche von Topnaar-Menschen. Angehoerige dieser Volksgruppe leben seit vielen Hundert Jahren im Delta des heute meist trockenen Kuiseb-Flusses bei Walvis Bay. Verstorbene werden in den Duenen, die das Delta durchwandern, begraben und kommen zum Teil erst nach Jahrhunderten wieder zum Vorschein. Im stellenweise steinharten Salzschlammboden zwischen den Duenen sahen wir Fussspuren von Elefanten, vielen Antilopen, Flusspferden, Giraffen, Geparden und sogar Topnaar- und San-Menschen, die das Delta frueher einmal bevoelkert hatten. Nur die Topnaar sind geblieben. Der von Sueden hochgeblasene Namibsand hat in den letzten Jahrhunderten das Delta mit Duenen bedeckt, bloss einige Wuestenpflanzen zeigen noch das Vorhandensein von Grundwasser an. Eine dieser Pflanzen ist der Tamarisk. Dieser Baum bildet lange, duenne Aeste mit begruenten Enden nach oben, wenn er langsam von einer Wanderduene verschluckt wird. So lebt er laenger als jede andere Pflanze, wenn eine Duene kommt. Zieht die Duene weiter, faellt jedoch die Unterstuetzung der Aeste durch den Sand weg. Die Aeste brechen, der Baum stirbt. Eine andere Pflanze des Deltas ist die !Nara, ein blaetterloses, kuerbisartiges Gewaechs mit gruenen Stacheln, Blueten und Staengel. Die Frucht ist eine wichtige Nahrungsquelle fuer die Topnaar, weshalb diese auch !Nara-people heissen. All dies und noch mehr lernten wir auf einer Exkursion mit dem Kuiseb-Delta-Naturschuetzer der Kuiseb Delta Quad Adventures.

Skelett einer Topnaar-Frau; Jahrhunderte alte Spuren (San) im Kuiseb-Delta


Bluete und Frucht der !Nara


Wuestenchamaeleon; Salzwerk von Walvis Bay (Luftbild)



Richtige Schwarzwaeldertorte! Nach Monaten harter Entbehrungen :-) genossen wir im sehr Deutsch gepraegten Swakopmund endlich mal wieder ein Stueck. Und richtiges Brot mit Biss! So gestaerkt schauten wir uns im Staedchen das Ortsmuseum und die Kristallgalerie an. Das Ortsmuseum informiert breit und anschaulich ueber die Vergangenheit der Region und des Ortes seit der Steinzeit, ueber die verschiedenen Bevoelkerungsgruppen Namibias, ueber Biologie, Geologie und ueber die Roessing-Mine im Innenland, wo Uranerz abgebaut wird. Nur noch mit Geologie befasst sich die Kristallgalerie: Die kleine Ausstellung zeigt atemberaubend schoene Mineralien des Landes sowohl in ihrer natuerlichen als auch in bearbeiteter Form. Man kann gleich den Arbeiterinnen beim Herstellen von Schmuck zusehen. Herzstueck der Galerie ist eine 520 Millionen Jahre alte, 14.1 Tonnen schwere Quarzkristallgruppe; die groesste weltweit, die je geborgen wurde!

Der kalte Benguelastrom bewirkt oft, dass die Skelettkueste in kuehlem Nebel verschwindet. Wir hatten bis auf einen Vormittag Glueck und konnten das vom Inland gewohnte wolkenlose Wetter auch hier nutzen. Waehrend dem Welwitschia Drive, der in den Norden des Namib-Naukluft National Parks fuehrt, standen wir endlich vor diesem biologischen Weltwunder: Welwitschia mirabilis. Die entfernte Verwandte der Nadelbaeume bildet nur zwei breite, zaehe Blaetter aus, die zeitlebens wachsen und sich dabei laengs spalten koennen. Ein Exemplar war 1'500 Jahre alt!

Wie riesig die Namib ist, laesst sich aus der Luft gut erkennen. Der Pilot und Namibia-Kuettiger Andy Wehrli (Kuettigen bei Aarau, CH) flog mit uns in seinem Bush Bird fuer anderthalb Stunden nach Sueden in die Wueste und erklaerte uns alles, was zu sehen war. Erst Swakopmund, dann Pyramiden-Kulissen fuer einen Hollywood-Streifen (10'000 B.C. oder so), ein paar Marmor- und Granitsteinbrueche, und dann leerte sich die Aussicht zusehends von menschlichem Einfluss. Das gruene Flussbett des Kuiseb, dessen Delta wir in Walvis Bay erkundet hatten, bildet eine scharfe Trennlinie zwischen der Steinwueste im Norden und dem Duenenmeer im Sueden. Am Fluss sahen wir noch die Wuestenforschungsstation Gobabeb, dann nur noch Duenen. Und Duenen. Endlose Reihen, nichts als rotgelbe Duenen. Die Duenentaeler etwas im Inland wiesen den goldgruenen Schimmer halbtrockenen Grases auf, dem Maerzregen sei Dank. Einige Oryx-Antilopen wagten sich dafuer weit ins Sandmeer hinein. Nach etwa 20 Minuten Duenen erblickten wir das andere Meer, und was es vor 98 Jahren ans Ufer gespuehlt hat: Die "Eduard Bohlen". Das Schiffswrack liegt heute viele Dutzend Meter von der Kuestenlinie entfernt in der Sandwueste, da der Benguelastrom dauernd Sand bringt und das Ufer aufschuettet. Wir wendeten hier und folgten der Kueste entlang wieder nach Norden. Unter uns zogen ein weiteres Schiffsskelett (Shawne, 1985), noch mehr Duenen, viele Robben und Pinguine, eine Bucht mit vielen Wasservoegeln (Sandwich Harbor), die farbigen Salzwerke von Walvis Bay und schliesslich wieder Swakopmund vorbei.

Die groesste Kristallgruppe, Herero-Frau beim Herstellen von Schmuck


Welwitschia mirabilis, eine Verwandte der Nadelbaeume: Die Frucht erinnert an einen Tannenzapfen


"Mondlandschaft" der Namib auf dem Welwitschia Drive: Ein Paradies fuer ueber 100 Flechtenarten


Der Trockenfluss Kuiseb trennt Sand- und Felswueste; das Duenenmeer


Das Wrack der "Eduard Bohlen"; die "Lange Wand" der Skelettkueste



Nach fuenf Naechten in Swakopmund machten wir einen lohnenswerten Abstecher zur Spitzkoppe, einem felsigen Gebiet mit dem 600 Meter ueber die Ebene ragenden "Matterhorn Namibias" (na ja...). Auch hier wird fuer "10'000 B.C." gedreht, weshalb ein Teil abgesperrt war.

Bei Henties Bay kamen wir wieder an die Skelettkueste und weiter noerdlich zum Cape Cross. 1486 errichteten hier portugiesische Seefahrer wie am Diaz Point ein Steinkreuz Zwecks Navigation. Heute stehen zwei Kreuze da: Eine exakte Replika und eine nach den Wuenschen des deutschen Kaisers abgeaenderte Kopie. Uns interessierten mehr die 80'000 bis 100'000 Kap-Pelzrobben, die hier ihrem Tagesgeschaeft nachgehen. Ueberwaeltigend fuer die Augen, eine Kakophonie fuer die Ohren und eine Herausforderung fuer die Nase!

Die Steinwuestenlandschaft der Skelettkueste von Henties Bay bis Torra Bay weit im Skeleton Coast National Park ist gewaltig gross, leer und monoton. Fuenf bis elf Millimeter Regen pro Jahr... Mehr als einmal ueberlegten wir uns, wie es einem hier als Schiffbruechiger ergehen musste. Das rettende Land ist der sichere Tod. Kurz vor Torra Bay, wo gegen Norden wieder ein Duenenmeer beginnt, verliessen wir die Skelettkueste Richtung Gebirge im Inland. Beim ersten Pass waechst schon wieder Gras, viele Sukkulenten und ab und zu eine Welwitschia.

Im Gebiet der Spitzkoppe


Cape Cross: Die Kap-Pelzrobben


Noch mehr Kap-Pelzrobben (es hatte ja auch viele...)


Skeleton Coast National Park


Von der Skelettkueste ins Inland




Pannen, Elefanten und Geschichte (welch schrecklicher Titel...)



Die "Concession Area" Palmwag liegt zwischen der Skelettkueste und dem Etosha National Park. Hier wollten wir uns auf die Suche nach den seltenen Wuestenelefanten machen. Diese sind zwar ebenfalls Afrikanische Elefanten, haben sich aber an das Leben in der kargen oestlichen Namib angepasst: Sie sind kleiner und haben proportional laengere Beine als die Verwandten in feuchteren Gegenden. Auch zerstoeren sie beim Fressen die Baeume nicht, sie wirtschaften nachhaltig. Die erste Reifenpanne hatten wir bei teuflischen 666.6 Kilometer nach der letzten Tankstelle (nicht, dass wir aberglaeubisch waeren...), gleich als wir Palmwag erreichten. Tags darauf in der Concession Area durften wir Dank dem kleinen, fiesen Zuendverteilerkondensor, der den Geist aufgab, abgeschleppt werden. Elefanten sahen wir natuerlich keine. Noch einen Tag spaeter bogen wir auf der Weiterfahrt falsch ab, Markus durfte nochmals einen Reifen flicken und liess dabei seinen Kiwi-Hut aus Neuseeland am Strassenrand liegen. Oh Jammer! Immerhin sahen wir voellig unerwartet endlich die Elefanten. Es hat doch alles sein Gutes...

Wir liessen das Pech hinter uns und fuhren nach Suedosten. Auf der Karte sind um das Gebiet um Twyfelfontein bei Khorixas einige Sehenswuerdigkeiten vermerkt, es lohnt sich aber nur die gefuehrte Tour zu den Felsgravuren der San. Wir bekamen einige der ueber 2400 Tier- und Tierspurmotive erklaert. Sie dienten wahrscheinlich fuer den "Naturkundeunterricht". Einige sind Tausende Jahre alt. Ganze 260 Millionen Jahre alt sind die Holzfossilien im Petrified Forest oestlich von Twyfelfontein. An gut versteinerten Baumstaemmen ist sogar noch die Struktur der Rinde sichtbar.

Palmwag: Makalani-Palme und Wuestenelefanten


Felsgravuren der San; fossiles Holz




Im Reich Der Wilden Tiere

Geschafft! Noch vor den "drohenden" Winterferien Ende Juni in Suedafrika und entsprechendem Andrang konnten wir sechs Tage lang den Etosha National Park ohne zu reservieren besuchen. Der Park ist neben den roten Duenen von Sossusvlei der wichtigste Touristenmagnet des Landes. Er zog auch uns in seinen Bann. Bevor die Bilder sprechen, hier noch ein paar touristische Hinweise fuer Fernwehkranke :-) : Als Camper lohnt es sich (bis Ende 2006), mit gleich Gesinnten einen Platz zu teilen, da ein Platz fuer eine bis acht Personen bezahl wird. Zu zweit waren dies mit Fr. 46.- bisher mit Abstand die teuersten Plaetze der ganzen Weltreise, der Zustand war aber sehr deutlich unter dem Durchschnitt... Gluecklicherweise fanden wir immer nette Leute, die mit uns den Zeltplatz teilten. In jedem der drei Camps gibt's auch Bungalows, Restaurants, einen Laden, ein nachts beleuchtetes Wasserloch und eine Tankstelle. Beim westlichsten und groessten Camp Okaukuejo, lohnt es sich, den Abend und Morgen am Wasserloch zu verbringen. Nachts sahen wir Elefanten, Schwarze Nashoerner, Loewen, Schleiereulen und viele Schabrackenschakale, in der Morgensonne Zebras und verschiede Antilopenarten, Perlhuehner und noch mehr Schakale. Camp Halali in der Mitte war bei uns am wenigsten belegt, es gibt aber einige sehr schoene Wasserloecher in der Gegend wie "Rietfontein" und "Goas". Uns bleibt es als Treffpunkt mit unserem ersten Geparden in Erinnerung, drei Kilometer vor dem Tor schauten wir ihm vier Stunden lang zu. Das oestlichste Camp Namutoni hat die vielfaeltigste Umgebung. In weniger als zehn Kilometer Umkreis gibt es den Dikdik-Drive mit vielen der endemischen Damara-Dikdiks (Zwergantilope), den Ausfluss der Fisher's Pan mit viel Wasser und somit Voegel wie Flamingos, sowie die Weiten der Etosha-Salzpfanne und Gras- und Buschsavanne. Unser liebstes Wasserloch hier war "Klein Namutoni", wo wir viele verschiedene Tiere im schoensten Licht beobachten konnten. So viel zu den Wildlife-Tips, die in einer anderen Jahreszeit wohl fast wertlos sind... Ach ja, die Bilder:

Die schier unendliche Etosha-Pfanne


Steppenzebras bei Okaukuejo; Ghost Tree Forest


Elefanten beim Olifantsbad und bei Rietfontein


Gepard bei Halali; Giraffe bei Klein Namutoni


Giraffen bei Klein Namutoni. Das Weibchen rechts kaut gerade einen Knochen


Junger Kudubock bei Klein Namutoni; Damara-Dikdik auf dem Dikdik-Drive


Geier bei Klein Namutoni; Gabelschwanzracke


Loewen bei Stinkwater; The End




Der Tag kommt, der Tag gibt

Nach dem "Boxenstop" in Tsumeb besuchten wir die Ombili Stiftung, die sich dem Schicksal der lokalen San-Bevoelkerung annimmt [Informationen zusammengefasst vom Infoblatt der Stiftung]. 1989, am Ende des Unabhaengigkeits-Buschkrieges, gruendeten Farmer bei Tsumeb die Stiftung Ombili (="Friede" in der Ovambo-Sprache), um den San der Umgebung den Schritt in die Zukunft zu erleichtern. Die nomadischen Jaeger und Sammler "San" oder "Buschleute" sind die eigentlichen Ureinwohner Namibias. Zur Zeit leben noch etwa 65'000 San im suedlichen Afrika, 30'000 von ihnen in Namibia. Durch die Einwanderung anderer Volksgruppen in der Vergangenheit wurden sie immer mehr aus ihrem Lebensraum verdraengt, da sie sich nie zur Wehr setzten. Auch heute noch werden sie oft unterdrueckt und gar versklavt. Lebensraum und Wildreichtum sind so sehr geschrumpft, dass bei den San andere Faehigkeiten geweckt werden muessen, damit sie sich wenigstens selbst ernaehren und aus Abhaengigkeit dritter loesen koennen. Sie muessen lernen zu saehen, zu pflegen und zu ernten, was nicht ihrer Kultur entspricht: Meist lebten sie von sofortigem Erfolg, etwa bei der Jagd - ein San-Sprichwort lautet: "Der Tag kommt, der Tag gibt". In der Gemeinschaft auf dem Land der Stiftung leben heute knapp 400 San. Fuer die 5-stuendige Morgenarbeit auf den Farmen (betrifft arbeitsfaehige Maenner) erhalten sie Lebensmittel. Das am Nachmittag hergestellte traditionelle und neu erlernte Kunsthandwerk koennen sie im Stiftungsladen gegen Bar verkaufen. Die Kinder besuchen die Stiftungsschule und spaeter fortfuehrende Schulen in der Region. Der Unterricht ist schwierig, da es kaum ausgebildete, San sprechende Lehrkraefte gibt und die Kinder auch Englisch und Afrikaans lernen muessen.

Auch wenn wir unangemeldet und etwas ungelegen bei der Stiftung hereinplatzten (man soll sich bitte voranmelden), durften wir Teile der Schule besichtigen und kamen dabei in den Genuss einer Gesangsuebung des Schuelerchors. Im Souvenirshop zeigten wir uns dann dankbar fuer die Gastfreundschaft. Fuer das Abspielen unserer Schuelerchor-CD muessen wir leider bis Dezember warten.

Kinder der Ombili-Schule




Der Kunenefluss, Himbas und endlose Weiten

In Tsumeb verpassten wir unserem Auto ein Paar neue Pneus und stockten die Vorraete tuechtig auf. Am zweiten Tag der Fahrt nach Norden waren wir am Grenzfluss Kunene angelangt. Unser erster Blick von Namibia nach Angola ueber den Kunene war eher ernuechternd: Da, wo einst die sagenhaften Ruacana-Faelle rauschten, blickten wir in eine trockene Felsenschlucht. Im Hintergrund steht dafuer ein niederer Staudamm, das meiste Wasser gelangt heute durch Druckrohre ins Kraftwerk unter der Felsstufe. Die Epupafaelle etwa 150 km flussabwaerts sind noch unverbaut, und die wollten wir sehen. Nach einer Nacht auf dem Camping der direkt am Fluss liegenden Kunene River Lodge nahmen wir die eher happige 4x4-Strecke 96 km entlang dem Fluss zu den Epupa Falls unter die Raeder. Die Fahrzeit betraegt sieben bis neun Stunden, so entschieden wir uns fuer die gemuetliche Variante mit einer Uebernachtung irgendwo unterwegs am Fluss (Muetter seid beruhigt - natuerlich in Krokodil-sicherer Distanz). Fuer eine Nacht wollten wir dann bei den Faellen bleiben. Es wurden drei daraus. Schuld waren die Faelle, unsere Gastgeber und die Himba-Leute :

Die Epupa-Faelle bestehen aus ueber 30 Kaskaden auf 500m Breite und sind rund 40m hoch. Auf dem rotbraunen Fels zwischen den Kaskaden wachsen Makalanipalmen und bis 2000-jaehrige, maechtigen Baobabs (Affenbrotbaeume) - im Abendlicht ein unglaublich schoener Anblick! Und wohl unmoeglich zu fotografieren...

Wenige Dutzend Meter flussaufwaerts der Faelle liegt das Omarunga-Camp, der mittlere (und wohl gemuetlichste) von drei Campingplaetzen. Andrew und Mel leiten das gepflegte, von Makalanipalmen beschattete Camp am Flussufer (mit Bar und abends warmer Kueche) seit Maerz 2006. Die Endzwanziger :-) tun dies mit viel Flexibilitaet und Herz, so fanden sie fuer unsere dritte Nacht trotz Vollbesetzung eine gemuetliche Nische im Wohnzeltbereich, wo wir uns ausbreiten durften. Wir konnten beim Kuechenteam sogar richtiges, frisches Brot (kein Schaumgummi-Toast) und zum ersten Hochzeitstag eine himmlische Schoggitorte bestellen (die allerdings schon vor dem 2. Juli verputzt war...). Am zweiten Abend kamen wir Dank den zwei grosszuegigen Gaesten Brigitte und Hugo sogar in den Genuss eines gediegenen Nachtessens!


Die Epupa Falls mit dem Omarunga Camp; unsere 1. Hochzeitstags-Torte (war schon vorher verputzt)



In der Kaoko-Region leben etwa 5'000 der 17'000 Himbas. Vor einem halben Jahrtausend wurden die Vorfahren dieses halbnomadischen Volkes in Angola und dem Norden Namibias heimisch, sie kamen aus Zentralafrika. Ziegen, Kuehe, Wildpflanzen und Mais liefern ihre Lebensgrundlage. Die Himba-Familien bei den Epupa-Faellen leben ihre Kultur noch sehr traditionell, arbeiten aber mit den Betreibern der drei Campingplaetze zusammen und stellen auch Souvenirs her. Mit einer von Mel und dem Himba-Uebersetzer Jason geleiteten Gruppe durften wir eine Familie besuchen. Unsere anfaengliche Skepsis gegenueber dieser Art von Tourismus wich der Erkenntnis, dass die Himbas uns voller Stolz ihre Kultur erklaerten. Solange die Himbas auf ihre Kultur stolz sind, wird sie hoffentlich bestehen bleiben. Da wir so viele Fragen hatten, lud uns Mel fuer den Besuch am folgenden Tag nochmals ein. Wir konnten uns auch lange mit dem deutschen Einwanderer Uwe und seiner Frau Maria (eine Himba) unterhalten. Die Antworten auf unsere Fragen fuellen im Tagebuch mehrere Seiten...

Haus einer Himba-Frau (l.)


Die Maenner arbeiten als Hirten; Maedchen (Zoepfe auch nach vorne, Schmuck auch auf Ruecken)


Ein Maismehlbrei wird gekocht; schwangere Frau


Maria mit ihrem Mann Uwe



In der Woche nach den Epupa Falls reisten wir via Opuwo und Orupembe ins Tal des Marienflusses. Mit dieser Route umfuhren wir den schwierigen Van Zyls Pass, auf dem schon manches Fahrzeug zerstoert wurde, und den man nicht alleine befahren soll. Im Staedtchen Opuwo trafen wir wieder auf traditionell gekleidete Himbas, was fuer uns Mitten im urbanen Leben gewoehnungsbeduerftig war. Die weitere Reise fuehrte uns Hunderte von Kilometern durch fast menschenleere Gebirge und Ebenen via Marienfluss wieder an den Kunene, wo ebenfalls Himbas leben. Der Tourismus hat auch hier bereits in Form zweier Campingplaetze Einzug gehalten, die wir beide testeten. Koos, der weisse Leiter des Camps "Syncro", kauft den Himbafrauen woechentlich Koerbe fuer Maerkte im In- und Ausland ab. Mit dem Erloes koennen die Frauen im kleinen Laden des Camps Maismehl und andere Produkte kaufen, ausser Alkoholgetraenke. So konnte laut Koos der aufkommende Alkoholkonsum vor allem der Himbamaenner stark eingedaemmt werden. Ein kaum zu loesendes Problem schaffen jene Touristen, die den Himbas Suessigkeiten, Tabak, Zucker und andere Waren schenken. Viele Himbas "nutzen" nun die vorbeifahrenden Touristen bettelnd als immerwaehrende Quelle praktischer Gueter.

Via "Blue Drum" (da steht wie bei "Red Drum" wirklich nur ein angemaltes Fass auf der Kreuzung), Orupembe, den Fluss Hoarusib, Purros, Armspoort und den Fluss Khowarib erreichten wir Sesfontein und am Abend (nach drei Wochen) wieder Palmwag. Den Hut von Markus fanden wir hier nicht wieder, dafuer auf dem Camping nochmals die Familie Mueller aus Suedafrika, mit der wir bereits am Marienfluss einen schoenen Abend verbracht hatten.

Da war der Weg noch gut...; Fairy Circles ("Feenkreise") im Tal Marienfluss


Marienfluss; Wuestenelefanten im Hoarusib bei Purros


Hoarusib-Tal noerdlich von Purros


Strasse im Flussbett Khowarib; Hartmanns Bergzebras bei Palmwag




Der Brandberg und die "weisse Dame"

Beim Auseinanderbrechen des Urkontinents Gondwana vor 120 Mio Jahren stiegen an einigen Orten des heutigen Namibias heisse Magmablasen vom Erdmantel bis in Schichten von Meeresablagerungen (Sedimentgesteine) empor und erstarrten zu rotem Granit. Die fast 4Km maechtigen, weicheren Sedimentgesteine wurden seither abgetragen, zurueck blieb ein gewaltiges Massiv aus rotem Granit. Es ueberragt die Ebenen rings herum um fast 2000 Meter und hat 20Km Durchmesser: Der Brandberg. Seinen Namen hat er vom roten Gluehen bei Sonnenauf- und Untergang. Die Spitzkoppe und das Erongogebirge sind auf die selbe Art entstanden. Aus dem Brandbergmassiv fliessen ueppig begruente kleine Fluesse, die ganzjaehrig Wasser fuehren. Sie dienten Menschen seit Jahrtausenden als Rueckzugsgebiet in der Trockenzeit. Dem Volk der San oder den Kavangos werden die bekanntesten Felsmalereien des Landes zugeschrieben (man streitet sich nach unseren Angaben offenbar noch): "The White Lady". Unter einem Felsueberhang haben mehrfarbige Darstellungen von Menschen und Tieren die Zeit ueberdauert, sie sind bis zu 2000 Jahre alt. Einfarbig rote Figuren datieren sogar 5000 Jahre zurueck. Wir erkannten Bilder von Springboecken, Oryxantilopen und anderem Wild. Menschliche Figuren scheinen teilweise Tiergewaender zu tragen und sind mit Mustern bemalt. Man interpretiert dies heute als Darstellungen von Schamanen, Medizinmaennern. Die beruehmte "White Lady" ist uebrigens bei genauer Betrachtung ein Mann. Die irrtuemliche Deutung unterlief dem Entdecker 1918, vielleicht wegen den "weissen Strumpfhosen" (Koerperbemalung?) der abgebildeten Person. Die Behauptung hielt sich seither erfolgreich. Weitere Interpretationen und Herkunftsvermutungen finden sich zu Hauf im Internet...

Unsere Basis fuer die Erkundung des Brandbergmassivs war fuer zwei Tage Uis/ wo wir uns nochmals mit Helen und Lieni Josty trafen, die wir im Etosha National Park kennen lernten. Schliesslich fuhren wir Richtung Windhoek. Das Auto brauchte einen Service, wir wieder mal eine Pizza und die Webpage ein Update - Du hast es soeben gelesen!

Das Brandberg-Massiv im Hintergrund; Felsmalerei "White Lady"




Namibia Teil 2: Von Windhoek zum Okavango

Ohne Probleme hatte unser Hilux die Reise durch ganz Namibia überstanden, somit gönnten wir dem Auto einen Service. Dies und das aktualisieren der Internetseite waren die Gründe für unseren Abstecher nach Windhoek. Im Chameleon Lodge Backpackers liessen wir es uns eine Woche lang gut gehen. Es bietet von Camping bis Honeymoon Suite alle Unterkunftsmöglichkeiten, ist gemütlich eingerichtet, effizient geführt und deshalb sauber und preiswert. Ideal, um interessante Reisende wie Thomas und Guillaume oder Claudia und André zu treffen und gemütliche Abende zu verbringen. Von dieser Basis aus genossen wir die Annehmlichkeiten der Stadt. Sie bietet viele Läden, einige Cafés, Banken zwecks Dollarbeschaffung für die weiteren Länder und viele Souvenirshops. Andenken kauft man aber besser in Okahandja etwa 50 km nördlich der Hauptstadt (wir taten dies und schickten schliesslich 10 kg namibische Souvenirs nach Hause. Leider wurde, wie sich im September herausstellte, ein guter Teil davon schon auf der Post in Namibia geklaut). Die etwas kalt wirkende Fussgängerzone Windhoeks ist von wenigen Strassenhändlern mit Souvenirständen belegt, uns zog es vor allem wegen den vielen Kaffeesorten im "Mug and Beans" oft dort hin.

Christuskirche in Windhoek



Unterwegs nach Nordosten machten wir Halt beim Waterberg Plateau National Park. Vom Campingplatz aus unternahmen wir eine kurze Wanderung hinauf zu den roten, zerklüfteten Felsen am Rand des Plateaus. Um die Landschaft und das Wild dort oben geniessen zu können, müsste man eine Safarifahrt oder eine mehrtägige Wanderung buchen, worauf wir wenig Lust hatten. So blieb uns die Aussicht auf die von Strassen und Zäunen zerschnittene Ebene ausserhalb des Parks. Für Tagesbesucher lohnt sich ein Abstecher hierher also kaum.

Vor 80'000 Jahren krachte beim heutigen Hoba in der Nähe von Grootfontein ein 60 Tonnen schwerer Nickel-Eisen-Meteorit nieder. Er ist bisher der grösste je gefundene Meteorit. Man findet dort heute den Brocken in einer gemauerten kleinen Arena. Fast so sehenswert ist ein Strassenschild, das einen nach dem Besuch beim Klotz unmissverstaendlich nach Grootfontein weiter leitet.

Wie diese spektakulaeren Bilddokumente beweisen, wird durch einen bisher nicht verstandenen physikalischen Effekt im Umfeld des Hoba-Meteoriten das Erdgravitationsfeld nihiliert (was fuer ein Satz!). :-)


Nicht alle Wege fuehren nach Rom...



Zwei Kilometer östlich von Grootfontein liegt der deutschsprachig gefuehrte Campingplatz Maori. Nebst gemütlichem und supergünstigen Camping bietet er auch wilde Köstlichkeiten aus der Kühltruhe an. Mit den Schweizer Reisenden Petra und Lukas genossen wir Gnu und Giraffe vom Grill, Markus sorgte zudem mit dem Kauf von Eland für weitere Braais vor.

Nach zwei Monaten (Mitte Mai bis Mitte Juli) war unsere Zeit in Namibia vorbei. Von Grootfontein einige Fahrstunden Richtung Nordosten lag plötzlich vor uns ein grosser Fluss: Der Okavango, Thema vieler Naturfilme aus unserer Jugendzeit! Ihm entlang wollten wir zum undurchdringlichen Okavangodelta in Botswana vorstossen, aber das ist eine andere Geschichte...

Pupa Falls (Stromschnellen) am Okavango