Suedafrika, Teil 1: Maerz bis April 2006

(Suedafrika, Teil 2: April und Mai 2006)

(Suedafrika, Teil 3: Oktober bis Dezember 2006)

Kapstadt: Autokauf und Sightseeing

Afrika! Voller Neugier, Wunschvorstellungen und Vorurteilen landeten wir am Mittwoch, 1. Maerz in Kapstadt. Wir waren zwar schon in Aegypten und Tunesien, aber noch nie im "richtigen" Afrika gewesen. Sehr bald erfuhren wir, dass auch das Westkap nicht dazu gehoert: "Ah, ihr geht nach Afrika!" hiess es hier oft, wenn wir von unseren Reiseplaenen erzaehlten...

Fuer die ersten paar Tage bezogen wir eine Dreizimmerwohnung am "Green Point", zum Preis von einem australischen Backpacker-Schlafplatz, zehn Minuten zu Fuss von der Waterfront (siehe unten). Ziemlich gediegen fuer unseren Reisestil! In dieser Zeit machten wir uns grossstadttauglich: Mobilephone, Mietauto und Internet. Im Internetcafe lernten wir den deutschen Suedafrikaspezialisten Kay kennen, der uns das Internettelefon Skype erklaerte (unsere Skype-Namen: tm-ruch und tanjaruch) und uns sehr viele Reisetipps geben konnte. Kay bietet auf seiner neuen Seite www.bapato.com Rundreisen im suedlichen Afrika an. Ende der ersten Woche liessen wir uns einen Abend lang von Cirrus und Avice, Freunde von Tanjas Eltern, verwoehnen. Sie leben in einem herrlichen Haus an der Camps Bay in Kapstadt, wo der Sonnenuntergang ueber dem Atlantik inklusive ist. Sie versorgten uns mit noch mehr Tipps fuers Reisen und den Autokauf. Merci!

André Stalder, Tanjas Cousin zweiten Grades, holte uns am Sonntag zu sich nach Bellville. Dieser Stadtteil liegt 20 Autominuten vom Zentrum entfernt am Fuss des Tygerbergs, einem schoenen Aussichtspunkt mit Naturschutzgebiet. Fast bis zum Monatsende konnten wir bei André wohnen, assen zwei von drei Fondues unserer Weltreise (alle in Kapstadt...) mit ihm, und er stand uns beim Autokauf und beim Ausruesten mit Rat und Tat zur Seite - ohne André und seine "Basis" haetten wir's kaum geschafft. Merci! André arbeitet als Tourguide in Suedafrika und konnte uns so bestens bei der Routenplanung beraten. Wir unterstuetzten ihn dafuer so gut es ging bei seinem Plan, mit dem Velo ans Kap zu radeln. Zusammen mit der deutschen Medizinstudentin Julia, die ebenfalls fuer einige Wochen bei André Obdach fand, hatten wir manchen gemuetlichen Abend. Wir ersparen Euch hier die Geschichten, wie wir zu unserem Auto kamen, wen's interessiert, kann die Details zum Autokauf hier nachlesen... Uebrigens, falls jemand ab Dezember 2006 Afrika von Kapstadt aus in einem komplett ausgeruesteten 4x4 bereisen moechte: Wir verkaufen dann und dort unser Vehikel wieder!

Zwoelf Apostel und Camps Bay


Andrés Haus in Bellville


Mondaufgang ueber dem Simonsberg (Richtung Stellenbosch) von Andrés Garagendach aus




Die vielfaeltige Stadt am Kap

Ab und zu fanden wir etwas Zeit, nebst Handwerkerlaeden auch mal die Stadt anzuschauen, besonders, nachdem Tanjas Mutter Trudy und Bruder Matthias am 21. Maerz bei uns eintrafen (sie reisten mit uns fast einen Monat bis nach Johannesburg): Am Ostfuss des Signal Hills liegt das Malayenquartier "Boo-Kaap", das vorwiegend von so genannten Kapmalayen bewohnt wird. Es bietet einen malerischen Gegenpol zur modernen Waterfront. Die Kapmalayen, Nachkommen von suedostasiatischen Einwanderern und dunkelhaeutigen Afrikastaemmigen, lieben kraeftig bemalte Haeuser, die meist gut gepflegt sind. In diesem Quartier befindet sich die Fabrik Streetwires, die im Jahr 2000 gegruendet wurde. Das Spezielle an ihr ist, dass sich hier ehemalige Arbeitslose fortbilden koennen und ihre kuenstlerische Fantasie mit Draht, Perlen und Metallplatten ausleben. Die Kunstwerke werden auf der Strasse ueberall angeboten. Wer mehr darueber wissen will oder sich die Produkte anschauen moechte, kann hier ueber Streetwires mehr erfahren.

Kapstadts Waterfront ist ein waehrend dem Ende der Apartheid auf dem Hafengelaende gebautes Einkaufs- und Begegnungszentrum, jeder Tourist landet frueher oder spaeter dort. Gesangsgruppen und Strassenkuenstler geben zwischen Cafés und Souvenirshops ihr Bestes, auf einigen Schiffsstegen sonnen sich Seeloewen. In den Raeumen des "African Trading Post" koennte man fuer schoene Kunstgegenstaende vom ganzen Kontinenten einige Vermoegen ausgeben. Wir haben bloss Ideen gesammelt, was wir unterwegs alles kaufen wollen...

Von der Waterfront aus verlassen Faehren den Hafen Richtung Robben Island. Seit dem fruehen 20. Jahrhundert bis 1996 wurden hier vor allem Gegner des Apartheidregimes als politische Gefangene inhaftiert, nach 1991 nur noch Kriminelle. Bekanntester Insasse war Nelson Mandela. Wir wurden vom ehemaligen Haeftling Derrick (Brandstiftung an einem Regierungsgebaeude) durch die duestere Anlage gefuehrt und lernten viel ueber die schlechten Lebensbedingungen der Insassen. Dabei sei Robben Island noch eines der "besseren" Gefaengnisse des Landes gewesen.

Wenn man so wie wir wegen Sturmwind nicht per Gondel auf den Tafelberg fahren kann, bleiben einem das hoch Wandern oder (unsere Wahl...) die Aussicht auf die Stadt vom Signal Hill, einem Auslaeufer des Tafelberges. Tanja schaffte es mit Friedlis einige Tage spaeter doch noch auf den Tafelberg, waehrenddem Markus fuers Auto rumrannte. Auch vom Blaubergstrand aus ist die Stadt zu Fuessen des Tafelberges spektakulaer. Die nach Norden ausgerichtete Tafelbucht geniesst die volle Mittagssonne, trotzdem sind die Badetemperaturen des Atlantiks eher frisch.

Um den Berg herum liegen weitere Sehenswuerdigkeiten wie der Botanische Garten Kirstenbosch (den wir im Suedfruehling besuchen wollen) oder die "World of Birds". In begehbaren Volieren trifft man dort auf afrikanische Voegel wie Marabus, Sekretaere, farbige Purpurkamm-Louries oder Nashornvoegel.

Waterfront, im Hintergrund der Tafelberg


Malayen Quartier Boo-Kaap


Hoehle im Steinbruch von Robben Island (geheime Bildungsstaette der inhaftierten ANC-Anhaenger); Mandelas Zelle


Am Blaubergstrand mit André (rechts)


Aussicht vom Signalhill: Kapstadt by night


Aussichten vom Tafelberg: Lion Head und Signalhill, im Hintergrund Robben Island; Table Bay mit Blaubergstrand, rechts im Bild Devil's Peak




Im Township bei Miss Vinnie

Vom Stadtkern aus erstreckt sich ein Haeusermeer ueber viele Kilometer der Tafelbucht und der False Bay entlang nach Osten. Hier liegen auch die "Townships", die waehrend der Apartheid entstandenen Siedlungen fuer Farbige und Schwarze. Dank Julia konnten wir die Ordensschwester "Miss Winnie" und ihre vier Adoptivkinder in Khayelitsha (= neues Heim) besuchen. In diesem Stadtteil wohnen etwa 1.5 Millionen Menschen in bescheidenen bis miserablen Verhaeltnissen. Miss Vinnie und die Kinder leben in einem staatlich finanzierten gemauerten Rohbau mit drei Zimmer, Stube, Kueche und Bad. Die 16-jaehrige Gymnasiastin Nomzamo erzaehlte uns erst von ihrem Leben im Township und - natuerlich - von ihrem Biologieunterricht. Spaeter fuehrte sie uns drei Weisse zwei Stunden durch ihre Nachbarschaft, wo zum Teil nur Wellblech- und Holzbaracken (Shacks) auf Sand stehen. Die Erwachsenen und vor allem die Kinder des Quartiers empfingen uns mit grosser Herzlichkeit und Neugier, denn Weisse kommen fast nie hier her: Da ein Handschlag, dort ein Zuwinken und -rufen. Wie geht's? Woher kommt ihr? Macht ein Foto mit mir! Wir begruben viele unserer Vorurteile ueber Townships und ihre Bewohner schnell und tief... Und uns beschlichen Schuldgefuehle, dass von unseren Ausgaben fuer das Auto vor allem wohlhabende Geschaeftsinhaber profitieren.

Pamela, Yonella, Julia und Nomzamo; Neugierige Knaben am Strassenrand


Zwei Frauen beim Waschen; Markus zeigt den Kindern Fingertricks


Spielende Kinder


Wellblechhuetten (Shacks)


Gruppenfoto mit Miss Vinnie (zweite von rechts)




"Haett i die Chance u ds Gaeut i giengt as Kap der Guten Hoffnung! ..."

... " I ha ir Schwizer Illuschtrierte einisch Biuder gse." ("Baelpmoos", Patent Ochsner). Gut 70 km suedlich der Stadt ragen am Ende der Kaphalbinsel die Felsen vom Kap der Guten Hoffnung aus dem stuermischen Atlantik. Das dortige Cape of Good Hope Nature Reserve beherbergt Paviane, Strausse, Klippschliefer und Paarhufer wie die Eland-Antilope. Ausserhalb des Parks an der Boulders Beach konnten wir eine Kollonie der Brillenpinguine besuchen und die Voegel beim Brueten beobachten. Beruehmt ist die Kapregion aber vor allem fuer die ungeheure Vielfalt an Pflanzenarten. Die "Fynbos"-Flora (sprich "Feinbos", Afrikaans fuer feines Holz) sieht von weitem wie die "Maccia" aus (typische Buschvegetation am Mittelmeer), sie besteht aber aus anderen Pflanzengruppen und brachte rund 7700 Arten (!!!) hervor (Schweiz: 3000 Arten). Botaniker unterscheiden weltweit nur sieben verschiedene Pflanzengemeinschaften ("Koenigreiche", z.B. Tundra, tropischer Regenwald, ...). Das Fynbos ist flaechenmaessig weitaus das kleinste, von der Artenzahl her aber das reichhaltigste Pflanzenkoenigreich. Typisch fuer das Fynbos sind die ueber Hundert Proteenarten. Blumenliebhaber duerften die Koenigsprotea kennen, deren Blueten 20cm Durchmesser erreichen. Treibende Kraft hinter dem Oekosystem Fynbos sind regelmaessig wiederkehrende Feuer, die Platz fuer neue Pflanzen schaffen. Die Pflanzen sind an Feuer angepasst: Viele Samen keimen erst, nachdem sie hohen Temperaturen ausgesetzt waren. Bei unserer Ankunft praesentierten sich die Flanken des Tafelberges und des Lion Heads braun-verkohlt. Allerdings war dieses Feuer vom 26. bis 28. Januar 2006 nicht natuerlich verursacht worden, sondern von der Zigarette eines britischen Rauchers. Er wurde nach dem Inferno (ein Todesopfer sowie zerstoerte Haeuser und Fahrzeuge) zur Rechenschaft gezogen ...

Strandhaeuser in Simons Town; Buffels Beach


Brillenpinguin; Steppenpavian


Cape Point; Diaz Beach und Cape of Good Hope


Familienfoto mit Trudy und Matthias


Koenigsprotea; Chapmans Peak Drive




Die Winelands: Von Kapstadt in die kleine Karoo

Nach der Lavaux am Genfersee, dem Wallis, dem Churer Rheintal, dem kalifornischen Napavalley und dem Nordosten der neuseelaendischen Suedinsel schafften wir es nun auch in das Weinanbauzentrum Suedafrikas. Die meisten Weine kommen aus der Gegend von Stellenbosch, einem kleinen Staedchen mit ueber 250-jaehriger Weinbaugeschichte. Auf vielen Weinguetern sind die alten "Herrenhaeuser" herausgeputzt zu edlen Degustationsraeumen, Restaurants oder gar Hotels. Der Wein ist meist so nobel wie die Gebaeude, im Preis aber sehr angenehm... Auch rein landschaftlich laedt Stellenbosch zum Geniessen ein. Die dunklen, schroffen Felsen der Stellenbosch-Berge bilden einen starken Kontrast zu den herbstlich gefaerbten Rebbergen.

Zwei Tage spaeter, am Dienstag, 28.3.2006 fuhren wir nochmals durch Stellenbosch, diesmal aber ohne baldige Rueckkehr nach Kapstadt: Die Reise nach Johannesburg ging los, wir hatten es endlich geschafft aufzubrechen! Vom Frenschhoekpass aus ueberblickten wir nochmals das Weinbaugebiet, dann folgte ein Abstecher an die Kueste nach Hermanus. Nach langer Fahrt durch die Halbwueste "Kleine Karoo" erreichten wir Oudtshoorn, wo wir fuer zwei Naechte unsere Zelte aufschlugen. Hier befindet sich der Hotspot der Straussenzucht. So besuchten wir natuerlich eine Straussenfarm und gingen mit den Tieren auf Tuchfuehlung. Waehrend einer Fuehrung lernten wir, dass ein Straussenei bis zu 1.8 kg wiegen kann, 26 Huehnereiern entspricht und es zwei Stunden braucht, bis es gekocht ist! Ein Tagesausflug nach Norden fuehrte uns erst in die unheimlich grossen Cango Caves mit meterhohen Sinterkaskaden, Stalagmiten und Stalaktiten, die sich hier seit 20 Millionen Jahren bilden. Das Hoehlensystem erstreckt sich ueber eine Laenge von 16 km. Ueber den 1585 m ue.M. gelegenen, spektakulaeren Swartbergpass gelangten wir nach Prince Albert und wieder zurueck zur Straussenmetropole Oudtshoorn.

Stellenbosch: Weingut Lancerac; Aussicht vom Weingut Neethlingshof


Blick vom Franschhoekpass


Aloe in der Kleinen Karoo; Linda "kuesst" Markus


Strausse auf einer Farm


Strauss; Strausseneier haben eine dicke Schale (3 bis 4 mm)


Cango Caves (im Bild rechts Menschen als Groessenvergleich)


Auf dem Swartbergpass




Die Garden Route: Der Kueste entlang bis Port Elisabeth

Wir fuhren aus der Kleinen Karoo ueber den Outeniquapass nach Wilderness am Indischen Ozean. Bei Mossel Bay, etwa 50km westlich, beginnt der Kuestenabschnitt, der als "Garden Route" bekannt ist. Der Name stammt wohl von der farben- und formenfrohen Fynbosflora, die ausserhalb der Agrarflaechen noch zu finden ist. So etwa im Knysna Featherbed Reserve auf einem der "Knysna Heads". Diese Felskoepfe wachen ueber die enge Einfahrt in die Lagune von Knysna, dem wegen reissenden Gezeitenstroemungen "gefaehrlichsten Hafen der Welt". Der westliche der beiden Felskoepfe heisst "Featherbed", weil die Seefahrer, die vor ihm nach Wochen rauher See in der stillen Lagune ankerten, wie "im Federbett" schlafen konnten. Eine Faehre brachte uns dorthin. Vom Naturschutzgebiet aus sahen wir gut die starken Stroemungen zwischen den ockerfarbenen Felsen. Von den bewaldeten Huegeln im Hinterland soll man einen schoenen Ausblick ueber die Landschaft haben. Nebel verhinderte dies erfolgreich. Immerhin reichte die Sicht fuer einen Spaziergang durch Laubwaelder und farnbewachsene Tobel.

Die Robberg Peninsula mit dem Plett Rock in Plettenberg Bay beherbergt eine Kolonie von etwa 3000 Kap-Pelzrobben (Cape Fur Seals), die teils erstaunlich hoch die Felsklippen hinaufkletterten. Viele schwammen sehr nahe an unser Expeditionsboot von Ocean Adventures, dabei sahen wir zwei Tiere mit Verletzungen. Sie hatten wohl Begegnungen mit Haien. Die Hauptattraktion auf den dreistuendigen Ausfahrten sind die Delfine (Indopazifischer Grosser Tuemmler). Zu Dutzenden begleiteten und begutachteten sie erst unser Boot, dann schwammen sie in Ufernaehe und jagten in den sich brechenden Wellen. Ein unvergesslicher Anblick!

Zwanzig Minuten oestlich von Plettenberg Bay liegt das Nature Valley, vom Grootrivier durchstroemt. Vor dem Grootrivier Pass gerieten wir mitten in das schoenste Fynbos mit Graesern, Kraeutern und Proteen, viele davon bluehend. Auf dem Weg zum Grootrivier wechselt die Pflanzenwelt vom offenen Fynbos zum hoeher wachsenden Wald der Kueste. An der Muendung des Flusses wandern Duenen, am langen Strand dahinter wanderten Pflugschnecken (Plough Snails) in der Brandung herum auf der Suche nach angeschwemmten Meerestieren. Mit ihrem im Vergleich zum Gehaeuse riesigen, scheibenfoermigen Fuss koennen sie sich im Wasser treiben lassen ("surfen") oder sich innert Sekunden im Sand eingraben. Ist Futter in der Naehe der Stelle, wo sie die Stroemung abgesetzt hat, kriechen sie zielstrebig und erstaunlich schnell dem leckeren Geruch entgegen. Mit etwas Glueck koennen sie sich am Futter festsaugen, bevor die naechste Welle kommt. An einer suppentellergrossen Qualle speisten wohl an die Hundert dieser Schnecken.

Eine Nacht verbrachten wir beim beruhigenden Tosen grosser Wellen, die einige Meter neben den Zelten an der felsigen Kueste des Tsitsikamma National Parks zerspritzten. Ein vielfaeltiges Wegnetz durchzieht den wilden Kuestenabschnitt. Wir entschieden uns fuer einen Spaziergang zum Storms River Mouth. Grosse Wellen rollen hier weit in die tiefe, enge Schlucht des Storms River hinein. Den hinteren Teil der Schlucht koennte man sogar per Boot erkunden. Fuer uns war es jedoch Zeit, die Garden Route abzuschliessen. Wir durchquerten Port Elizabeth und naechtigten in Addo.

Knysna Heads; auf dem Farnweg in den Waeldern Knysnas


Indopazifischer Grosser Tuemmler an der Plettenberg Bay


Seehunde am Plett Rock in Plettenberg Bay


Im Garten Eden am Grootrivier Pass; Oleander Protea


Pflugschnecken in Aktion; Groessenvergleich


Nature's Valley; Tsitsikamma N.P.




Addo Elephant National Park

Gut 60km noerdlich von Port Elisabeth liegt der Addo Elephant National Park, wir richteten es uns im Aardvark Guest House gemuetlich ein. Die umzaeunte Huegellandschaft des Parks mit dichtem, niederen Busch und offnen Grasflaechen beherbergt ueber 270 Afrikanische Elefanten. Sie haben auf den Nutztierweiden und Ackerbauflaechen Suedafrikas schon lange keinen Platz mehr. Im Gegensatz zum Asiatischen Elefanten besitzen sowohl die Maennchen als auch die Weibchen Stosszaehne. Sie koennen beim Maennchen bis 3 m lang und 100 kg schwer sein! Der auffallendste Unterschied zum Asiatischen Elefanten sind die viel grösseren Ohren, die einen Durchmesser von 2 m erreichen können. Die Herden werden von einer alten dominanten Leitkuh gefoehrt. Im Schnitt umfasst eine solche Herde zehn Kuehe mitsamt ihrem Nachwuchs, ausgewachsene Bullen sind Einzelgaeger und gesellen sich nur zur Begattung zu den Herden. Als wir jedoch am Morgen zu einem Wasserloch fuhren, trafen wir auf gut 80 (!) Dickhaeuter, die tranken, im Schlamm badeten und sich mit Staub bepuderten. Die Schlammbehandlung macht Hautparasiten das Leben schwer. In den zwei Stunden, in denen wir beobachteten, kamen und gingen immer wieder Gruppen von 10 bis 20 Elefanten, so dass wir schliesslich mehr als die Haelfte der Parkpopulation sahen (ca. 160 Tiere). Einige Kuehe hatten sehr junge Elefaentli bei sich, die den Schlamm sichtlich genossen, so wie wir das Zuschauen. Elefanten haben keine Brunftzeit, weshalb die Jungen ganzjährig geboren werden. Die Tragzeit beträgt rund 22 Monate und ist die laengste unter den Saegetieren!

Nebst Elefanten trafen wir auf Warzenschweine, Eland-Antilopen, Kudus, Strausse, Zebras, Red Hartebeest, Bueffel, Schakale und Schildkroeten, und immer wieder mussten wir Mistkaefern auf der Strasse den Vortritt lassen (man soll sie bitte nicht ueberfahren...).

Eine Elefantenherde kommt ans Wasserloch


Elefanten beim Schlammbaden


Zuerst "waschen" sich die Elefanten und dann pudern sie sich mit Erde ein


Mutter und Kind; Dumbo


Afrikanischer Elefant




Drakensberge und Lesotho

Wieder an der Kueste fuhren wir von Port Alfred aus in zwei Tagen zu den Drakensbergen. Unterwegs uebernachteten wir in Umtata, nahe dem Geburtsort von Nelson Mandela. In der Naehe von Unterberg blieben wir eine Nacht in der Sani Lodge, von wo aus wir in der Nachmittagssonne eine kurze Wanderung unternahmen. Das Panorama der Drakensberge ist majestaetisch! Am naechsten Tag testeten wir unser Auto auf "Herz und Nieren" und fuhren auf den Sani Pass hoch zum Koenigreich Lesotho. Die rauhe Strasse ist in dieser Richtung nur fuer Gelaendewagen zugelassen. Bald wussten wir auch warum: Ueber grosse Steine und durch einen Bach fuehrte uns die steile, haarnadelkurvenreiche Strecke hinauf auf 2874 M.ue.M., wo Lesotho mit einem Hochplateau beginnt. Von hier oben hat man eine gigantische Aussicht auf das zurueckgelassene Suedafrika und die imposanten Felswaende der Drakensberge, die nun zum anfassen nahe sind. Auf den letzten 8 km hatte unser Bakkie rund 1000 Hoehenmeter zurueckgelegt!

In dieser rauhen Landschaft liegt ein kleines Dorf und auf einem Felsvorsprung steht das hoechstgelegene Pub Afrikas. Es war urspruenglich ein Unterschlupf fuer Wanderer und Handelsleute, die zwischen Suedafrika und Lesotho unterwegs waren. Heute kann man im Sani Pass Dorf sogar uebernachten, es ist in den Sommermonaten ein beliebtes Resort, im Winter dient es als Skihuette. Auf dem Sani Pass kamen wir nicht nur in ein anderes Land, sondern in eine ganz andere Welt! Lesotho wird auch das "Land der Leute mit der Wolldecke" genannt, weil sich die Bewohner in hoeheren Lagen traditionell eine mehrfarbige Wolldecke umhaengen. Die Basothos, so nennen sich die Menschen hier, leben in sehr bescheidenen Verhaeltnissen inmitten einer rauhen Bergwelt. Die Huetten haben kein fliessendes Wasser und keine Heizung. Im Winter schneit es hier aber regelmaessig. Hirten zu Fuss, auf Eseln oder Pferden treiben ueber weite leere Ebenen und Bergflanken ihre Schafherden zusammen. Etwa 20km in Lesotho wendeten wir und wagten den steilen Abstieg nach Suedafrika. Noch am selben Tag fuhren wir bis nach Pietermaritzburg, eine knappe Autostunde noerdlich von Durban.

Blick vom Sanipass auf das zurueckgelassene Tal; Landschaft in Lesotho



Traditionelle Rundhuetten in Lesotho



Schafhirte auf seinem Pferd




Durban: Gewuerze und andere Maerkte

Durban am Indischen Ozean ist die grösste Stadt der Provinz KwaZulu-Natal und die zweitgrösste Stadt Südafrikas nach Johannesburg. Die naehere Umgebung ist ein sehr beliebter Ferienort, das Zentrum selbst eine bedeutende Hafenstadt. Wir besuchten zuerst den Victoria Street Market, der fuer seine meist von Indischstaemmigen verkauften Gewuerze bekannt ist. Hauptsaechlich Zulus verkaufen hingegen Kunstgegenstaende und Souvenirs in allen Varianten. Die Gewuerze sind in Schalen zu grossen Haufen aufgetuermt und sprechen einen mit den intensiven Farben sofort an. Hier erhandelte Trudy feinen Paprika, Curry und weitere Gewuerze.

Auf der anderen Strassenseite ist der Fisch- und Fleischmarkt. Hier kann man alles bekommen vom lecker aussehenden Fisch ueber Meerestiere bis hin zu Innereien wie Herz, Lungen und Magen. Trudy konnte sich noch an die Zeit vor 35 Jahren erinnern, wo hier noch keine Kuehlschraenke und Schutzscheiben vorhanden waren. Damals stank es ziehmlich und die Hygiene liess wohl auch zu wuenschen uebrig...

Am 6 km langen Strand, der "Goldenen Meile" Durbans, hat es zahlreiche Hotels, Ferienwohnungen und Restaurants. Das Klima ist auch im Winter sehr mild, so dass man dann noch baden kann. Wir trafen allerdings auf herbstlich kuehles Aprilwetter, nur vor den weit ins Meer hinaus reichenden Piers tummelten sich Wellenreiter auf ihren Brettern in der Brandung. Sandfigurenbauer gestalten beeindruckende Kunstwerke wie Tiere, Menschen und Autos.

Victoria Market: Gewuerzemarkt; Fleisch- und Fischmarkt




Greater St. Lucia Wetland Park: Krokodile und Nilpferde

Der Greater St. Lucia Wetland Park besteht aus einer 60 km langen Flussmündung, die kaum tiefer ist als einen Meter ist. Bei Flut stroemt hier das Salzwasser weit in den Fluss und in den Lake St. Lucia hinein. Eine Halbinsel mit Duenenguertel grenzt den Lake St. Lucia und den Fluss vom Meer ab. Auf ihr leben Zebras und viele Antilopenarten, Bueffel und weitere Wildtiere. Berühmt sind die Wetlands für die hier sehr zahlreich lebenden Nilpferde. Über 800 Tiere sollen sich hier aufhalten! Mit einer Bootstour konnten wir relativ nahe an die mächtigen Tiere heranfahren: Bereits wenige Minuten nach der Abfahrt sahen wir zwei Hippos, von denen nur der Kopf aus dem Wasser ragte. Ab und zu tauchten sie unter, um am Boden nach Wasserpflanzen zu grasen. Bald einmal trafen wir auf eine groessere Gruppe aus Weibchen und Jungtieren. Wie gross die Tiere wirklich sind, sahen wir, als ein ausgewachsenes Weibchen in der Uferzone aufstand. Nilpferde gehoeren zu den gefaehlichsten Tieren Afrikas, sie greifen regelmaessig kleinere Boote wie Kanus an, die zu nahe heran fahren, und verwenden ihr imposantes Gebiss als Waffe. Unser Boot war recht gross...

Nicht nur Nilpferde kreuzten unseren Weg, sondern auch Nilkrokodile, Eisvoegel, Afrikanische Fischadler, Aegyptische Gaense und Graureiher. Einem Goliathreiher konnten wir beim Fischen zusehen. Er erwischte gerade einen Aal und verschlang ihn rasch. Unser Guide machte uns immer wieder auf neue Tiere aufmerksam. Die gemuetliche Flussfahrt hat uns sehr gut gefallen!

Nilpferd (Hippo)


Nilkrokodil




Safaris: Hluhluwe-iMfolozi Game Reserve und Krueger National Park



Das Hluhluwe-iMfolozi Game Reserve entstand aus dem ehemaligen Jagdgebiet vom Zulukoenig King Shaka Zulu, der von 1818 bis 1828 im Amt war. In der huegeligen Landschaft kann man von vielen Stellen die weitere Umgebung nach Wild absuchen. Im Ostteil (bei Hluhluwe) steht hohe und dichte Buschvegetation, der Westteil (iMfolozi) ist von uebersichtlichem Grasland bepraegt. Der Wildpark erlangte einen sehr hohen Stellenwert, als das Suedliche Weisse Nashorn (= Breitmaulnashorn) Anfangs des letzten Jahrhunderts mit nur noch 20 Tieren vom Aussterben bedroht war. Alle heute lebenden Suedlichen Weissen Nashoerner haben Vorfahren aus diesem Game Reserve, in dem es nun etwa 2000 Individuen gibt.

Auch wir hegten natuerlich wie alle anstaendigen Touristen den Wunsch, die "Big Five" zu sehen und richteten es uns im Hluhluwe Backpackers (gleich beim Osteingang) fuer drei Naechte gemuetlich ein. Unter den "Big Five" verstanden früher die Grosswildjäger die fünf Säugetierarten (Elefant, Nashorn, Bueffel, Loewe und Leopard), die am schwierigsten und gefaehrlichsten zu erlegen waren und deren Trophäen (Koepfe, Hoerner und/oder Felle) das Hauptziel ihrer Jagdsafaris waren. Heute hoert man bisweilen auch von den "Big Six" (Unterscheidung von Weissem und Schwarzem Nashorn), den "Big Seven" (wie Big Five aber mit Gepard und Wildhund), den "Big Five of the Sea" (Suedlicher Glattwal, Buckelwal, Weisser Hai, Walhai und See-Elefant) und weiteren Zahlenspielereien, je nach Bedarf des fuer sich werbenden Wildparks. Wir interessierten uns natuerlich nicht nur fuer die "Big Five" sondern auch fuer die "Tausend Kleinen" der Tierwelt, und wurden nicht enttaeuscht (wobei Giraffen, Zebras, Streifengnus, Warzenschweine und all die Antilopen wie Kudus, Nyalas oder Impalas nicht mal so klein waren...). Nach zwei Tagen Safari und "The Big Three" (ohne Loewen und Leoparden) auf dem Konto wollten wir weiter nach Swasiland reisen. Die dortigen Zoelle wurden aber an diesem Tag bestreikt, so fuhren wir um das Koenigreich herum zum Malelane Gate, einem suedlichen Eingang zum Kruger National Park.

Der Kruger National Park ist einer der beliebtesten Parks weltweit. Er hat ein Wegnetz von 800km und umfasst eine Flaeche von ueber 19'000km2, ist somit fast halb so gross wie die Schweiz. Mit angrenzenden Schutzgebieten in den Nachbarlaendern Mocambique im Osten und Zimbabwe im Norden bildet er seit 2002 den 36'000km2 grosse "Great Limpopo Transfrontier Park". Wir besuchten in drei Tagen nur den suedlichsten Teil des 414km langen Krueger National Parks. Hier wechseln sich offenes Grasland und Buschvegetation etwa gleichmaessig ab. Trotz Osterwochenende und entsprechend viel Verkehr (ca. ein Auto in fuenf Minuten) sahen wir oft Wild: Herden von Streifengnus und Impalas, weitere Antilopenarten, Burchell's Zebras, oft Kapgiraffen, Impalas, ab und zu Paviane und Suedliche Gruenmeerkatzen (Vervet Monkeys, also Affen), verschiedene Nashornvoegel, noch mehr Impalas, selten Schabrackenschakale, Mangusten, Geierarten und weiteres Getier (und Impalas). Nach Hluhluwe-iMfolozi konnten wir unsere "Big Three" um eins erhoehen: Am fruehen Karfreitagmorgen erspaehte Tanja eine grosse Katze, die sich als Loewin entpuppte. Diese traf sich mit drei Artgenossen zum mueden Herumliegen. Zehn Minuten spaeter waren wir von anderen Parkbesuchern und Safarimobilen ziemlich arg zuparkiert worden, und wir versuchten unser Glueck woanders. Unser erster Hochzeitstag am Ostersamstag hielt fuer uns eine grosse Giraffenfamilie, noch mehr Loewen, grosse Herden mit Zebras, Gnus und Impalas, eine Grosse Adlereule (Giant Eagle Owl) und mehr bereit. Am Abend vor dem Safarizelt schaute uns aus drei Meter Distanz eine gar nicht scheue Grossfleck-Ginsterkatze beim Nachtessen zu und liess sich geduldig fotografieren. Als es fuer sie nichts zu Essen gab, verzog sie sich nach einer halben Stunde wieder.

Waehrend Tanja und Matthias noch fest schliefen, schlichen Trudy und Markus aus dem Zelt, um zur Parkoeffnungszeit um 06:00 nochmals auf Pirsch zu gehen. Ihr Einsatz wurde mit schoener Sonnenaufgangsstimmung, vielen grasenden Huftieren und der Sichtung von zwei Wildhunden belohnt. Letztere sahen wir im hohen Gras nur, weil sie ihre Koepfe auf die Schotterstrasse gelegt hatten! Tarnung ist alles... An diesem Vormittag verliessen wir den Park Richtung Westen. Kaum draussen begegnete uns eine Tuepfelhyaene auf dem Pannenstreifen. Ihre Groesse hat uns alle ueberrascht (ausser die safari-erprobte Trudy...).

Burchell's Zebra; Bueffelherde


Suedliches Weisses Nashorn (Breitmaulnashorn); Loewe


Kapgiraffe; Gelbschnabeltoko


Grossfleck-Ginsterkatze; Afrikanischer Wildhund




Vom Krueger N.P. nach Johannesburg: Ostereier auf der Panoramaroute

Westlich des Kruger National Park liegt eine weitere Attraktion des Bezirks Mpumalanga: Der Blyde River hat sich in Abertausenden von Jahren durch massive, rot und beige gefaerbte Felsschichten gegraben. Heute fuehrt die "Panoramaroute" entlang des Blyde River Canyons, eine 26km lange und bis zu 800m tiefe Schlucht und somit einer der grossen Canyons der Erde. Die beruehmtesten Strukturen sind die drei "Rondavels", gewaltige, runde Felsen mit kegelfoermiger Spitze, die an die traditionell gebauten Haeuser der Zulus erinnern.

Bevor wir Johannesburg erreichten, bekamen wir am Ostermontag in Botshabelo bei Middleburg einen Einblick in die Kultur der Ndebele mit ihren kunstvoll bemalten Haeusern. Botshabelo ist eine ehemalige Missionsstation und heute ein Museumsdorf. Die meisten Besucher kommen aber nicht wegen den Missionsgebaeuden sondern wegen den vier verschieden alten Kraals (Kleinstdorf) der Ndebele. Der aelteste ist mit einer simpel aufgeschichteten Steinmauer umgeben und enthaelt einige runde Schilfhuetten. Die juengeren Kraals weisen alle verputzte Grenzmauern auf, auch die Hauswaende sind so gebaut. Sie unterscheiden sich hauptsaechlich in der Fassadengestaltung: Je juenger der Bau, desto komplexer sind die aufgemalten geometrischen Muster und desto kraeftiger die Farben. Vom Museum angestellte Frauen tragen traditionelle Kleider, geben Auskunft ueber ihre Kultur und verkaufen lokal produzierte Ndebelekunst.

Blyde River Canyon mit den drei Rondavels


Unsere Ostereier; Ostereiertuetschen


Traditionelle Hausbemalung der Ndebele; kroch ein Feind durch den tiefen Eingang in die Schilfhuette, konnte er im Innern vom Hausbewohner bequem per Knueppel niedergestreckt werden


Traditionell gekleidete Ndebele-Frauen. Verheiratete tragen Halsringe aus Messing




Johannesburg: Alte Erinnerungen und heutige Realitaet

Goldgraeberstadt, ein Kern des Widerstands gegen die Apartheid, Metropole mit sehr hoher Kriminalitaetsrate und Ort, in dem Tanjas Eltern vor 35 Jahren lebten. Fuer Trudy schloss sich hier der Kreis, sie konnte nach so langer Zeit ihren Kindern die Jeppe Street, an der sie gearbeitet hatte und das Haus an der Highstreet im Quartier Rosettenville zeigen, wo sie mit ihrem verstorbenen Mann Otti wohnte (Trudy wohnt uebrigens auch heute wieder an einem "Hoehenweg":-)). In Hillbrow, der damals recht noblen Gegend der Innenstadt mit schoenen gepflegten Paerken, sind die Strassen heute eher schmuddelig und es stehen viele Wohnungen leer. Weisse fuehlten sich in der Innenstadt nicht mehr wohl und zogen weg, da nach dem Ende der Apartheid dieser Teil der Stadt v.a. von nigerianischen Immigranten besetzt wurde. Diese Immigranten leben oft in Armut, weshalb die Kriminalitaet sehr hoch ist. Viele weisse Suedafrikaner gehen deshalb nicht mehr dort hin. Unser Guide Timbo fuhr uns durch weitere Quartiere, die alle die selbe Tendenz aufwiesen. Im Herzen der Stadt ist das Carlton Hotel, ein ehemaliges 5-Stern-Hotel - es steht Mangels Gaesten heute leer!Gleich daneben im Carlton Centre hat man vom "Top of Africa" im 50. Stock eine gigantische Aussicht auf die Hochhaeuser, Quartiere und Goldminen der Stadt. Gediegen sieht es in der von grossen Anwesen gepraegten Gegend aus, wo Nelson Mandela seinen Alterssitz hat. Anhalten durften wir vor seinem Haus aber nicht.

Zum Schluss der Tour begaben wir uns auf einen Markt fuer traditionelle Medizin. Hat man irgend ein Leiden, erklaert man es dem Heiler, der darauf die richtige Behandlung zusammenbraut. Dabei verwendet er Zutaten wie getrocknete Kraeuter, Holz und Rinde, Elefanten- und anderen Dung, Tierhaeute und vieles mehr... Eher unvertraeglich fuer Touristenmaegen...

Am Dienstagabend nach Ostern und nach einem schoenen, erlebnisreichen Monat brachten wir Trudy und Matthias zum Flughafen und verabschiedeten uns herzlich. Etwas bedrueckt kehrten wir zur Jacaranda Lodge zurueck zu Claire mit den sie oft besuchenden Kindern Sarah und Nick und Neffe Paul (alle ueber 30). Sie alle waren nach mehr als zwei Wochen, die wir in Joburg blieben, fast zur Ersatzfamilie geworden. In dieser Zeit befasste Markus sich hauptsaechlich mit dem Service am Auto und dem Ausbuegeln vom Pfusch der Firma Nomad in Kapstadt (fuer Mitleidige: Mehr Gejammer gibts hier zu lesen...) Zwischendurch nahmen wir uns etwas Zeit, mehr ueber die Umgebung zu erfahren. Was Joburg uns alles zu bieten hatte, ist im 2. Suedafrikateil geschildert: Von Joburg bis nach Springbok.

Renovationsbeduerftiger Block in Hillbrow


Eindruecke aus Hillbrow


Blick vom Top of Africa im Carlton Centre; Wemmer Pan, dahinter Rosettenville


Tanjas Eltern lebten im grauen Haus, oben rechts; das Haus von der Rueckseite


Traditionelle Medizin; Frau beim Zermoersern von sehr alternativen Medikamentbestandteilen