Suedafrika, Teil 1: Maerz bis April 2006
(Suedafrika, Teil 2: April und Mai 2006)
(Suedafrika, Teil 3: Oktober bis Dezember 2006)
Kapstadt: Autokauf und Sightseeing
Zwoelf Apostel und Camps Bay
Andrés Haus in Bellville
Mondaufgang ueber dem Simonsberg (Richtung Stellenbosch) von Andrés Garagendach aus
Die vielfaeltige Stadt am Kap
Waterfront, im Hintergrund der Tafelberg
Malayen Quartier Boo-Kaap
Hoehle im Steinbruch von Robben Island (geheime Bildungsstaette der inhaftierten ANC-Anhaenger); Mandelas Zelle
Am Blaubergstrand mit André (rechts)
Aussicht vom Signalhill: Kapstadt by night
Aussichten vom Tafelberg: Lion Head und Signalhill, im Hintergrund Robben Island; Table Bay mit Blaubergstrand, rechts im Bild Devil's Peak
Im Township bei Miss Vinnie
Pamela, Yonella, Julia und Nomzamo; Neugierige Knaben am Strassenrand
Zwei Frauen beim Waschen; Markus zeigt den Kindern Fingertricks
Spielende Kinder
Wellblechhuetten (Shacks)
Gruppenfoto mit Miss Vinnie (zweite von rechts)
"Haett i die Chance u ds Gaeut i giengt as Kap der Guten Hoffnung! ..."
Strandhaeuser in Simons Town; Buffels Beach
Brillenpinguin; Steppenpavian
Cape Point; Diaz Beach und Cape of Good Hope
Familienfoto mit Trudy und Matthias
Koenigsprotea; Chapmans Peak Drive
Die Winelands: Von Kapstadt in die kleine Karoo
Stellenbosch: Weingut Lancerac; Aussicht vom Weingut Neethlingshof
Blick vom Franschhoekpass
Aloe in der Kleinen Karoo; Linda "kuesst" Markus
Strausse auf einer Farm
Strauss; Strausseneier haben eine dicke Schale (3 bis 4 mm)
Cango Caves (im Bild rechts Menschen als Groessenvergleich)
Auf dem Swartbergpass
Die Garden Route: Der Kueste entlang bis Port Elisabeth
Knysna Heads; auf dem Farnweg in den Waeldern Knysnas
Indopazifischer Grosser Tuemmler an der Plettenberg Bay
Seehunde am Plett Rock in Plettenberg Bay
Im Garten Eden am Grootrivier Pass; Oleander Protea
Pflugschnecken in Aktion; Groessenvergleich
Nature's Valley; Tsitsikamma N.P.
Addo Elephant National Park
Eine Elefantenherde kommt ans Wasserloch
Elefanten beim Schlammbaden
Zuerst "waschen" sich die Elefanten und dann pudern sie sich mit Erde ein
Mutter und Kind; Dumbo
Afrikanischer Elefant
Drakensberge und Lesotho
Blick vom Sanipass auf das zurueckgelassene Tal; Landschaft in Lesotho
Traditionelle Rundhuetten in Lesotho
Schafhirte auf seinem Pferd
Durban: Gewuerze und andere Maerkte
Victoria Market: Gewuerzemarkt; Fleisch- und Fischmarkt
Greater St. Lucia Wetland Park: Krokodile und Nilpferde
Nilpferd (Hippo)
Nilkrokodil
Safaris: Hluhluwe-iMfolozi Game Reserve und Krueger National Park
Burchell's Zebra; Bueffelherde
Suedliches Weisses Nashorn (Breitmaulnashorn); Loewe
Kapgiraffe; Gelbschnabeltoko
Grossfleck-Ginsterkatze; Afrikanischer Wildhund
Vom Krueger N.P. nach Johannesburg: Ostereier auf der Panoramaroute
Blyde River Canyon mit den drei Rondavels
Unsere Ostereier; Ostereiertuetschen
Traditionelle Hausbemalung der Ndebele; kroch ein Feind durch den tiefen Eingang in die Schilfhuette, konnte er im Innern vom Hausbewohner bequem per Knueppel niedergestreckt werden
Traditionell gekleidete Ndebele-Frauen. Verheiratete tragen Halsringe aus Messing
Johannesburg: Alte Erinnerungen und heutige Realitaet
Renovationsbeduerftiger Block in Hillbrow
Eindruecke aus Hillbrow
Blick vom Top of Africa im Carlton Centre; Wemmer Pan, dahinter Rosettenville
Tanjas Eltern lebten im grauen Haus, oben rechts; das Haus von der Rueckseite
Traditionelle Medizin; Frau beim Zermoersern von sehr alternativen Medikamentbestandteilen
Fuer die ersten paar Tage bezogen wir eine Dreizimmerwohnung am "Green Point", zum Preis von einem australischen Backpacker-Schlafplatz, zehn Minuten zu Fuss von der Waterfront (siehe unten). Ziemlich gediegen fuer unseren Reisestil!
In dieser Zeit machten wir uns grossstadttauglich: Mobilephone, Mietauto und Internet. Im Internetcafe lernten wir den deutschen Suedafrikaspezialisten Kay kennen, der uns das Internettelefon Skype erklaerte (unsere Skype-Namen: tm-ruch und tanjaruch) und uns sehr viele Reisetipps geben konnte. Kay bietet auf seiner neuen Seite www.bapato.com Rundreisen im suedlichen Afrika an. Ende der ersten Woche liessen wir uns einen Abend lang von Cirrus und Avice, Freunde von Tanjas Eltern, verwoehnen. Sie leben in einem herrlichen Haus an der Camps Bay in Kapstadt, wo der Sonnenuntergang ueber dem Atlantik inklusive ist. Sie versorgten uns mit noch mehr Tipps fuers Reisen und den Autokauf. Merci!
André Stalder, Tanjas Cousin zweiten Grades, holte uns am Sonntag zu sich nach Bellville. Dieser Stadtteil liegt 20 Autominuten vom Zentrum entfernt am Fuss des Tygerbergs, einem schoenen Aussichtspunkt mit Naturschutzgebiet. Fast bis zum Monatsende konnten wir bei André wohnen, assen zwei von drei Fondues unserer Weltreise (alle in Kapstadt...) mit ihm, und er stand uns beim Autokauf und beim Ausruesten mit Rat und Tat zur Seite - ohne André und seine "Basis" haetten wir's kaum geschafft. Merci! André arbeitet als Tourguide in Suedafrika und konnte uns so bestens bei der Routenplanung beraten. Wir unterstuetzten ihn dafuer so gut es ging bei seinem Plan, mit dem Velo ans Kap zu radeln. Zusammen mit der deutschen Medizinstudentin Julia, die ebenfalls fuer einige Wochen bei André Obdach fand, hatten wir manchen gemuetlichen Abend. Wir ersparen Euch hier die Geschichten, wie wir zu unserem Auto kamen, wen's interessiert, kann die Details zum Autokauf hier nachlesen... Uebrigens, falls jemand ab Dezember 2006 Afrika von Kapstadt aus in einem komplett ausgeruesteten 4x4 bereisen moechte: Wir verkaufen dann und dort unser Vehikel wieder!




Kapstadts Waterfront ist ein waehrend dem Ende der Apartheid auf dem Hafengelaende
gebautes Einkaufs- und Begegnungszentrum, jeder Tourist landet frueher oder spaeter dort. Gesangsgruppen und Strassenkuenstler geben zwischen Cafés und Souvenirshops ihr Bestes, auf einigen Schiffsstegen sonnen sich Seeloewen. In den Raeumen des "African Trading Post" koennte man fuer schoene Kunstgegenstaende vom ganzen Kontinenten einige Vermoegen ausgeben. Wir haben bloss Ideen gesammelt, was wir unterwegs alles kaufen wollen...
Von der Waterfront aus verlassen Faehren den Hafen Richtung Robben Island. Seit dem fruehen 20. Jahrhundert bis 1996 wurden hier vor allem Gegner des Apartheidregimes als politische Gefangene inhaftiert, nach 1991 nur noch Kriminelle. Bekanntester Insasse war Nelson Mandela. Wir wurden vom ehemaligen Haeftling Derrick (Brandstiftung an einem Regierungsgebaeude) durch die duestere Anlage gefuehrt und lernten viel ueber die schlechten Lebensbedingungen der Insassen. Dabei sei Robben Island noch eines der "besseren" Gefaengnisse des Landes gewesen.
Wenn man so wie wir wegen Sturmwind nicht per Gondel auf den Tafelberg fahren kann, bleiben einem das hoch Wandern oder (unsere Wahl...) die Aussicht auf die Stadt vom Signal Hill, einem Auslaeufer des Tafelberges. Tanja schaffte es mit Friedlis einige Tage spaeter doch noch auf den Tafelberg, waehrenddem Markus fuers Auto rumrannte. Auch vom Blaubergstrand aus ist die Stadt zu Fuessen des Tafelberges spektakulaer. Die nach Norden ausgerichtete Tafelbucht geniesst die volle Mittagssonne, trotzdem sind die Badetemperaturen des Atlantiks eher frisch.
Um den Berg herum liegen weitere Sehenswuerdigkeiten wie der Botanische Garten Kirstenbosch (den wir im Suedfruehling besuchen wollen) oder die "World of Birds". In begehbaren Volieren trifft man dort auf afrikanische Voegel wie Marabus, Sekretaere, farbige Purpurkamm-Louries oder Nashornvoegel.






















Zwei Tage spaeter, am Dienstag, 28.3.2006 fuhren wir nochmals durch Stellenbosch, diesmal aber ohne baldige Rueckkehr nach Kapstadt: Die Reise nach Johannesburg ging los, wir hatten es endlich geschafft aufzubrechen! Vom Frenschhoekpass aus ueberblickten wir nochmals das Weinbaugebiet, dann folgte ein Abstecher an die Kueste nach Hermanus. Nach langer Fahrt durch die Halbwueste "Kleine Karoo" erreichten wir Oudtshoorn, wo wir fuer zwei Naechte unsere Zelte aufschlugen. Hier befindet sich der Hotspot der Straussenzucht. So besuchten wir natuerlich eine Straussenfarm und gingen mit den Tieren auf Tuchfuehlung. Waehrend einer Fuehrung lernten wir, dass ein Straussenei bis zu 1.8 kg wiegen kann, 26 Huehnereiern entspricht und es zwei Stunden braucht, bis es gekocht ist! Ein Tagesausflug nach Norden fuehrte uns erst in die unheimlich grossen Cango Caves mit meterhohen Sinterkaskaden, Stalagmiten und Stalaktiten, die sich hier seit 20 Millionen Jahren bilden. Das Hoehlensystem erstreckt sich ueber eine Laenge von 16 km. Ueber den 1585 m ue.M. gelegenen, spektakulaeren Swartbergpass gelangten wir nach Prince Albert und wieder zurueck zur Straussenmetropole Oudtshoorn.










Die Robberg Peninsula mit dem Plett Rock in Plettenberg Bay beherbergt eine Kolonie von etwa 3000 Kap-Pelzrobben (Cape Fur Seals), die teils erstaunlich hoch die Felsklippen hinaufkletterten. Viele schwammen sehr nahe an unser Expeditionsboot von Ocean Adventures, dabei sahen wir zwei Tiere mit Verletzungen. Sie hatten wohl Begegnungen mit Haien. Die Hauptattraktion auf den dreistuendigen Ausfahrten sind die Delfine (Indopazifischer Grosser Tuemmler). Zu Dutzenden begleiteten und begutachteten sie erst unser Boot, dann schwammen sie in Ufernaehe und jagten in den sich brechenden Wellen. Ein unvergesslicher Anblick!
Zwanzig Minuten oestlich von Plettenberg Bay liegt das Nature Valley, vom Grootrivier durchstroemt. Vor dem Grootrivier Pass gerieten wir mitten in das schoenste Fynbos mit Graesern, Kraeutern und Proteen, viele davon bluehend. Auf dem Weg zum Grootrivier wechselt die Pflanzenwelt vom offenen Fynbos zum hoeher wachsenden Wald der Kueste. An der Muendung des Flusses wandern Duenen, am langen Strand dahinter wanderten Pflugschnecken (Plough Snails) in der Brandung herum auf der Suche nach angeschwemmten Meerestieren. Mit ihrem im Vergleich zum Gehaeuse riesigen, scheibenfoermigen Fuss koennen sie sich im Wasser treiben lassen ("surfen") oder sich innert Sekunden im Sand eingraben. Ist Futter in der Naehe der Stelle, wo sie die Stroemung abgesetzt hat, kriechen sie zielstrebig und erstaunlich schnell dem leckeren Geruch entgegen. Mit etwas Glueck koennen sie sich am Futter festsaugen, bevor die naechste Welle kommt. An einer suppentellergrossen Qualle speisten wohl an die Hundert dieser Schnecken.
Eine Nacht verbrachten wir beim beruhigenden Tosen grosser Wellen, die einige Meter neben den Zelten an der felsigen Kueste des Tsitsikamma National Parks zerspritzten. Ein vielfaeltiges Wegnetz durchzieht den wilden Kuestenabschnitt. Wir entschieden uns fuer einen Spaziergang zum Storms River Mouth. Grosse Wellen rollen hier weit in die tiefe, enge Schlucht des Storms River hinein. Den hinteren Teil der Schlucht koennte man sogar per Boot erkunden. Fuer uns war es jedoch Zeit, die Garden Route abzuschliessen. Wir durchquerten Port Elizabeth und naechtigten in Addo.










Nebst Elefanten trafen wir auf Warzenschweine, Eland-Antilopen, Kudus, Strausse, Zebras, Red Hartebeest, Bueffel, Schakale und Schildkroeten, und immer wieder mussten wir Mistkaefern auf der Strasse den Vortritt lassen (man soll sie bitte nicht ueberfahren...).






In dieser rauhen Landschaft liegt ein kleines Dorf und auf einem Felsvorsprung steht das hoechstgelegene Pub Afrikas. Es war urspruenglich ein Unterschlupf fuer Wanderer und Handelsleute, die zwischen Suedafrika und Lesotho unterwegs waren. Heute kann man im Sani Pass Dorf sogar uebernachten, es ist in den Sommermonaten ein beliebtes Resort, im Winter dient es als Skihuette. Auf dem Sani Pass kamen wir nicht nur in ein anderes Land, sondern in eine ganz andere Welt! Lesotho wird auch das "Land der Leute mit der Wolldecke" genannt, weil sich die Bewohner in hoeheren Lagen traditionell eine mehrfarbige Wolldecke umhaengen. Die Basothos, so nennen sich die Menschen hier, leben in sehr bescheidenen Verhaeltnissen inmitten einer rauhen Bergwelt. Die Huetten haben kein fliessendes Wasser und keine Heizung. Im Winter schneit es hier aber regelmaessig. Hirten zu Fuss, auf Eseln oder Pferden treiben ueber weite leere Ebenen und Bergflanken ihre Schafherden zusammen. Etwa 20km in Lesotho wendeten wir und wagten den steilen Abstieg nach Suedafrika. Noch am selben Tag fuhren wir bis nach Pietermaritzburg, eine knappe Autostunde noerdlich von Durban.




Auf der anderen Strassenseite ist der Fisch- und Fleischmarkt. Hier kann man alles bekommen vom lecker aussehenden Fisch ueber Meerestiere bis hin zu Innereien wie Herz, Lungen und Magen. Trudy konnte sich noch an die Zeit vor 35 Jahren erinnern, wo hier noch keine Kuehlschraenke und Schutzscheiben vorhanden waren. Damals stank es ziehmlich und die Hygiene liess wohl auch zu wuenschen uebrig...
Am 6 km langen Strand, der "Goldenen Meile" Durbans, hat es zahlreiche Hotels, Ferienwohnungen und Restaurants. Das Klima ist auch im Winter sehr mild, so dass man dann noch baden kann. Wir trafen allerdings auf herbstlich kuehles Aprilwetter, nur vor den weit ins Meer hinaus reichenden Piers tummelten sich Wellenreiter auf ihren Brettern in der Brandung. Sandfigurenbauer gestalten beeindruckende Kunstwerke wie Tiere, Menschen und Autos.


Nicht nur Nilpferde kreuzten unseren Weg, sondern auch Nilkrokodile, Eisvoegel, Afrikanische Fischadler, Aegyptische Gaense und Graureiher. Einem Goliathreiher konnten wir beim Fischen zusehen. Er erwischte gerade einen Aal und verschlang ihn rasch. Unser Guide machte uns immer wieder auf neue Tiere aufmerksam. Die gemuetliche Flussfahrt hat uns sehr gut gefallen!


Das Hluhluwe-iMfolozi Game Reserve entstand aus dem ehemaligen Jagdgebiet vom Zulukoenig King Shaka Zulu, der von 1818 bis 1828 im Amt war. In der huegeligen Landschaft kann man von vielen Stellen die weitere Umgebung nach Wild absuchen. Im Ostteil (bei Hluhluwe) steht hohe und dichte Buschvegetation, der Westteil (iMfolozi) ist von uebersichtlichem Grasland bepraegt. Der Wildpark erlangte einen sehr hohen Stellenwert, als das Suedliche Weisse Nashorn (= Breitmaulnashorn) Anfangs des letzten Jahrhunderts mit nur noch 20 Tieren vom Aussterben bedroht war. Alle heute lebenden Suedlichen Weissen Nashoerner haben Vorfahren aus diesem Game Reserve, in dem es nun etwa 2000 Individuen gibt.
Auch wir hegten natuerlich wie alle anstaendigen Touristen den Wunsch, die "Big Five" zu sehen und richteten es uns im Hluhluwe Backpackers (gleich beim Osteingang) fuer drei Naechte gemuetlich ein. Unter den "Big Five" verstanden früher die Grosswildjäger die fünf Säugetierarten (Elefant, Nashorn, Bueffel, Loewe und Leopard), die am schwierigsten und gefaehrlichsten zu erlegen waren und deren Trophäen (Koepfe, Hoerner und/oder Felle) das Hauptziel ihrer Jagdsafaris waren. Heute hoert man bisweilen auch von den "Big Six" (Unterscheidung von Weissem und Schwarzem Nashorn), den "Big Seven" (wie Big Five aber mit Gepard und Wildhund), den "Big Five of the Sea" (Suedlicher Glattwal, Buckelwal, Weisser Hai, Walhai und See-Elefant) und weiteren Zahlenspielereien, je nach Bedarf des fuer sich werbenden Wildparks. Wir interessierten uns natuerlich nicht nur fuer die "Big Five" sondern auch fuer die "Tausend Kleinen" der Tierwelt, und wurden nicht enttaeuscht (wobei Giraffen, Zebras, Streifengnus, Warzenschweine und all die Antilopen wie Kudus, Nyalas oder Impalas nicht mal so klein waren...). Nach zwei Tagen Safari und "The Big Three" (ohne Loewen und Leoparden) auf dem Konto wollten wir weiter nach Swasiland reisen. Die dortigen Zoelle wurden aber an diesem Tag bestreikt, so fuhren wir um das Koenigreich herum zum Malelane Gate, einem suedlichen Eingang zum Kruger National Park.
Der Kruger National Park ist einer der beliebtesten Parks weltweit. Er hat ein Wegnetz von 800km und umfasst eine Flaeche von ueber 19'000km2, ist somit fast halb so gross wie die Schweiz. Mit angrenzenden Schutzgebieten in den Nachbarlaendern Mocambique im Osten und Zimbabwe im Norden bildet er seit 2002 den 36'000km2 grosse "Great Limpopo Transfrontier Park". Wir besuchten in drei Tagen nur den suedlichsten Teil des 414km langen Krueger National Parks. Hier wechseln sich offenes Grasland und Buschvegetation etwa gleichmaessig ab. Trotz Osterwochenende und entsprechend viel Verkehr (ca. ein Auto in fuenf Minuten) sahen wir oft Wild: Herden von Streifengnus und Impalas, weitere Antilopenarten, Burchell's Zebras, oft Kapgiraffen, Impalas, ab und zu Paviane und Suedliche Gruenmeerkatzen (Vervet Monkeys, also Affen), verschiedene Nashornvoegel, noch mehr Impalas, selten Schabrackenschakale, Mangusten, Geierarten und weiteres Getier (und Impalas). Nach Hluhluwe-iMfolozi konnten wir unsere "Big Three" um eins erhoehen: Am fruehen Karfreitagmorgen erspaehte Tanja eine grosse Katze, die sich als Loewin entpuppte. Diese traf sich mit drei Artgenossen zum mueden Herumliegen. Zehn Minuten spaeter waren wir von anderen Parkbesuchern und Safarimobilen ziemlich arg zuparkiert worden, und wir versuchten unser Glueck woanders. Unser erster Hochzeitstag am Ostersamstag hielt fuer uns eine grosse Giraffenfamilie, noch mehr Loewen, grosse Herden mit Zebras, Gnus und Impalas, eine Grosse Adlereule (Giant Eagle Owl) und mehr bereit. Am Abend vor dem Safarizelt schaute uns aus drei Meter Distanz eine gar nicht scheue Grossfleck-Ginsterkatze beim Nachtessen zu und liess sich geduldig fotografieren. Als es fuer sie nichts zu Essen gab, verzog sie sich nach einer halben Stunde wieder.
Waehrend Tanja und Matthias noch fest schliefen, schlichen Trudy und Markus aus dem Zelt, um zur Parkoeffnungszeit um 06:00 nochmals auf Pirsch zu gehen. Ihr Einsatz wurde mit schoener Sonnenaufgangsstimmung, vielen grasenden Huftieren und der Sichtung von zwei Wildhunden belohnt. Letztere sahen wir im hohen Gras nur, weil sie ihre Koepfe auf die Schotterstrasse gelegt hatten! Tarnung ist alles... An diesem Vormittag verliessen wir den Park Richtung Westen. Kaum draussen begegnete uns eine Tuepfelhyaene auf dem Pannenstreifen. Ihre Groesse hat uns alle ueberrascht (ausser die safari-erprobte Trudy...).






Bevor wir Johannesburg erreichten, bekamen wir am Ostermontag in Botshabelo bei Middleburg einen Einblick in die Kultur der Ndebele mit ihren kunstvoll bemalten Haeusern. Botshabelo ist eine ehemalige Missionsstation und heute ein Museumsdorf. Die meisten Besucher kommen aber nicht wegen den Missionsgebaeuden sondern wegen den vier verschieden alten Kraals (Kleinstdorf) der Ndebele. Der aelteste ist mit einer simpel aufgeschichteten Steinmauer umgeben und enthaelt einige runde Schilfhuetten. Die juengeren Kraals weisen alle verputzte Grenzmauern auf, auch die Hauswaende sind so gebaut. Sie unterscheiden sich hauptsaechlich in der Fassadengestaltung: Je juenger der Bau, desto komplexer sind die aufgemalten geometrischen Muster und desto kraeftiger die Farben. Vom Museum angestellte Frauen tragen traditionelle Kleider, geben Auskunft ueber ihre Kultur und verkaufen lokal produzierte Ndebelekunst.







Zum Schluss der Tour begaben wir uns auf einen Markt fuer traditionelle Medizin. Hat man irgend ein Leiden, erklaert man es dem Heiler, der darauf die richtige Behandlung zusammenbraut. Dabei verwendet er Zutaten wie getrocknete Kraeuter, Holz und Rinde, Elefanten- und anderen Dung, Tierhaeute und vieles mehr... Eher unvertraeglich fuer Touristenmaegen...
Am Dienstagabend nach Ostern und nach einem schoenen, erlebnisreichen Monat brachten wir Trudy und Matthias zum Flughafen und verabschiedeten uns herzlich. Etwas bedrueckt kehrten wir zur Jacaranda Lodge zurueck zu Claire mit den sie oft besuchenden Kindern Sarah und Nick und Neffe Paul (alle ueber 30). Sie alle waren nach mehr als zwei Wochen, die wir in Joburg blieben, fast zur Ersatzfamilie geworden. In dieser Zeit befasste Markus sich hauptsaechlich mit dem Service am Auto und dem Ausbuegeln vom Pfusch der Firma Nomad in Kapstadt (fuer Mitleidige: Mehr Gejammer gibts hier zu lesen...) Zwischendurch nahmen wir uns etwas Zeit, mehr ueber die Umgebung zu erfahren. Was Joburg uns alles zu bieten hatte, ist im 2. Suedafrikateil geschildert: Von Joburg bis nach Springbok.







