Unsere Route auf Tasmanien
Vom 9. bis 22. Februar 2006 bereisten wir den suedlichsten Inselzipfel des Australischen Kontinents. Hier reisten wir Dank der kurzen Distanzen sehr angenehm, die Insel ist "nur" eineinhalb mal so gross wie die Schweiz. Wir folgten streckenweise den Tipps von zwei Schweizern, die wir in den Blue Mountains getroffen hatten (siehe auch Menschen von unterwegs) und kamen so nach Hobart an folgende Orte:
Von Hobart auf die Bruny Island
Fluted Cape; der "Isthmus" (Landenge) teilt Bruny Island in einen Nord- und einen Suedteil Mount Field National Park
Russell Falls; Bergeukalyptuswald im Herzen des Parks
Lake St Claire
Eukalyptusleichen am Lake St Claire
Aussichten vom Mt Rufus
Craddle Mountains
Dove Lake mit Little Horn und Craddle Mountain (v.l.); Wald im Craddle Valley
Wombat in der Daemmerung; Tasmanischer Teufel im Mole Creek Animal Sanctuary
Noch mehr Tasmanische Teufel im Mole Creek Animal Sanctuary
Freycenet National Park
Farbenfroher, mit Flechten bewachsener Granit beim Blowhole von Bicheno
Wineglass Bay; Kuestenlinie am Cape Tourville
Port Arthur auf der Tasman Peninsula
Kirchenruine im historischen Port Arthur
Wilde Steilkueste mit dem Tasman Arch, einem gewaltigen Felsbogen, durch den das Meer in einen Felstopf hineinschwappt
Hobart
Alte Haeuser im Battery Point
Bruny Island
Mount Field National Park
Lake St. Clair
Cradle Mountains National Park
Mole Creek Animal Sanctuary
Freycinet National Park
Port Arthur
Schotterpisten und Dschungelpfade brachten uns am folgenden Mittag auf den hoechsten "Berg" (571m) der Insel, von wo wir fast bis zum suedlichsten Punkt der Kontinentalplatte blicken konnten. Unseren suedlichsten Punkt Australiens fanden wir am Cape Bruny mit dem zweitaeltesten Leuchtturm (1836) des Landes.


Die deutlich einfacher zu erreichenden Russel Falls sind bei jedem Wetter spektakulaer. Ueber mehrere breite Felssimse faellt ein Vorhang aus Wasser zwischen maechtigen Farnbaeumen hindurch ins Flussbett. In diesem leben Schnabeltiere. Oberhalb des Falles steht ein Wald mit "Swamp Gum", der groessten Eukalyptusart, die bis 100m Hoehe erreicht. Bricht die Nacht herein, stroemen aus dem Unterholz Dutzende von Wallabies und Pademelons (noch kleinere Kaenguruhs als die Wallabys) hervor, um in offenem Gelaende zu grasen - z.B. auf und um den Campingplatz, was uns natuerlich freute.


Seit langem konnten wir wieder einmal voellig unverbaute Landschaft bestaunen. 700 Hoehenmeter ueber dem See auf dem Mt Rufus (1450m) schweift der Blick bis zum Horizont ueber unberuehrte bewaldete Berge, schroffe Felswaende und Seen: Der Craddle Mountain - Lake St Clair National Park, ein UNESCO Welt-Naturerbe. Unterwegs zum Gipfel durchquerten wir zuerst einen "Sklerophyllwald" mit maechtigen Eukalypten, dann Zonen mit Sumpfgebieten und "Bergpalmen", schliesslich alpine Zwergstraeucher. Die Wuchsformen sehen zwar von weitem aus wie in den Alpen (bedingt durch gleiche Umweltbedingungen wie Schnee, Wind, Trockenheit und Frost im Winter), von Nahem sind es aber komplett andersartige Pflanzen. Die Fell tragende Tierwelt betrat erst am Abend die Buehne: Vorwitzige Opossums kletterten schnurstracks ins Auto, wenn man die Tuere offen liess.
Auf der Fahrt zu den Craddle Mountains am naechsten Tag nahmen wir die Schweizer Weltenbummler Nico und Brigitte
mit (siehe auch Menschen von unterwegs), die wir auf der Wanderung getroffen hatten. Sie waren zehn Tage frueher bei den Craddle Mountains auf dem Overland Track (ca. 90km) los marschiert und wollten nun wieder zu ihrem Auto zurueck. Kaum los gefahren, erblickten wir unseren ersten Ameisenigel am Strassenrand. Neben dem Schnabeltier sind das die einzigen Eier legenden Saeugetiere. Mit seinen kraeftigen Grabfuessen krallte er sich in ein Grasbueschel, als wir ausstiegen und uns naeherten und streckte uns seine wehrhaften Stacheln entgegen. Er war nicht der letzte, den wir auf Tasmanien sahen. Die anderen waren fuer Fotos aber mehr kooperativ.
Gegen Westen fahrend verschwanden auf einmal die Waelder, der Blick wurde frei auf eine oede, zerfurchte Landschaft: Die Umgebung der Minenstadt Queenstown. Holzschlag und Bergbau haben hier fuer lange Zeit ihre Spuren hinterlassen.



Auf unserer Route nach Osten konnten wir im Mole Creek Animal Sanctuary alle groesseren Tasmanischen Beuteltiere sowie einige Voegel und Reptilien aus der Naehe betrachten. Wir konnten zum Beispiel die grossen grauen Kaenguruhs fuettern, einige Weibchen hatten "Joeys" im Beutel (so nennen die Aussies junge Kaenguruhs). Besonders angetan waren wir von einer Meute junger Tasmanischer Teufel, die genuesslich mit der Tierpflegerin um ein Futterkaninchen balgten. Was wie ein Konkurrenzkampf um Futter aussieht, ist tatsaechlich soziales Fressen: Wenn mehrere Tiere (und die Pflegerin...) von allen Seiten am Kadaver zerren, laesst sich dieser leichter in mundgerechte Stuecke zerlegen.










Nicht so bedrueckend, dafuer beeindruckend ist die Steilkueste an einigen Stellen. In der "Devils Kitchen" ("Teufels Kueche") donnern Pazifikwellen in eine tiefe Felsspalte, der "Tasman Arch" ueberspannt das Portal zu einem brodelnden Schund. Am "Blowhole", wo Wellen aus einem Felsloch emporspritzen, trafen wir ueberraschend unsere ehemalige Studienkollegin Christina Brand . Sie bereist die Insel per Velo - Chapeau! (Siehe auch Menschen von unterwegs).




